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Soforthilfe für die Kultur

Wie kann man sich als Kulturfreundin und als Kulturfreund solidarisch zeigen? Wer ist sonst noch in der Pflicht? Jetzt ist Solidarität von allen gefragt.

Der Ruf nach Solidarität ist momentan auf allen Kanälen zu hören, stärker als er durch die leeren Gassen hallt. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, Tickets nicht zurückzuerstatten, sondern in eine Spende umzufunktionieren, direkt zu spenden oder eine Mitgliedschaft abzuschliessen – eine Aktion wie sie beispielsweise das Ticketingunternehmen Eventfrog, und Veranstalter wie Bee-flat, ONO, BeJazz, das Berner Puppentheater oder das Orchester Les Passions de l’Ame lanciert haben. Viele Veranstalter so etwa das Bierhübeli, das Mokka in Thun, das Theater am Käfigturm oder das Ensemble Die Freitagsakademie, versuchen weitgehend alle Veranstaltungen zu verschieben, damit so wenig Gagen gestrichen und Tickets rückerstattet werden müssen wie möglich. Künstler wie etwa der Berner Schlagzeuger Clemens Kuratle – ihm wurden bis Ende April 24 Konzerte ersatzlos abgesagt – fordern ihre Fans auf, Alben via Bandcamp, einer fairen Vertriebsplattform, zu kaufen. Museen, Kinos, Künstlerinnen und Künstler, Theatergruppen, Autorinnen und Autoren, Bands, und Tanzschulen haben hingegen auf digitale, bezahlbare Angebote umgeschaltet.

Ein Rattenschwanz

Dennoch kann der solidarische Kultur­freund, die Kulturfreundin solche Ausfälle nicht alleine gerade­biegen. Bleiben Gagen und Fördergelder aus, sind die freischaffenden Künstler, Technikerinnen, Produk­tionsleitende, Kostüm- und Bühnenbildnerinnen und Veranstaltende ohne Subventionen akut betroffen. Gleichzeitig müssen Grafik- und Druckaufträge abgesagt werden: Es ist ein Rattenschwanz.

Damit also nicht alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt, sind die Förderer und die Veranstaltungshäuser genauso in der Pflicht, wie die Regierung. Erstere sind aufgefordert, schon zugesprochene Gelder zu bezahlen, trotz Ausfall. Zweitere hat am vergangenen Freitag ein Massnahmenpaket ver­abschiedet, das sich explizit auf den Kulturbereich konzentriert: Sofort- und Nothilfe, Ausfallentschädigung, Härtefallgesuche, Kurz­arbeit und Liquiditätshilfen sollen ermöglicht werden. Hoffen wir also, dass sich die Solidarität in diesen Tagen schneller und infektiöser verbreitet als COVID-19.

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