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Hoch hinaus

Klassik

Veranstaltungsdaten


Nicht vorhanden

Veranstaltungsort


 Gewölbesaal Daniel Heintz (Münster Bern)
Münsterplatz 1
3011 Bern

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.marckilchenmann.ch
ein Projekt von und mit Marianne Schuppe (Stimme), Stefan Thut (Violoncello), Marc Kilchenmann (Fagott)

Marianne Schuppe: behind II (UA)
Stefan Thut: afore
Marc Kilchenmann: inner core, etude 2 (UA)

"Sie [Die Sprache] hat eine vibrierende Natur angenommen, die sich vom sichtbaren Zeichen löst, um sie der Musiknote anzunähern."
(Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge)

Wie Michel Foucault "hoch hinaus" dachte, wollen auch die drei Aufführenden "hoch hinaus", wollen die drei doch die Berührungspunkte von Musik, Stimme und Sprache in den Vordergrund stellen und diese mannigfaltigen Beziehung kompositorisch ausloten. Es geht mehr um das unendliche Potential dieser Beziehungen und um das Ertasten neuer kompositorischer Felder, denn um das vorschnelle Geben von Antworten.
In den neuen Partituren figurieren zum Beispiel Wortlisten als Auslöser für Aktionen auf dem Musikinstrument oder mit der Stimme. Nicht die direkte Übersetzung der Worte steht im Vordergrund, eher ein Ansinnen auf Empfindungsebene, ohne dabei auffordernden Charakter zu haben. Oder die Vokalität von Worten wird näher untersucht mit besonderem Vermerk auf die Übergänge von Vokal zu Vokal. Und noch anders sorgt die Erweiterung des Wortes Stimme zu Stimmung für einen Reichtum an kompositorischen Möglichkeiten.

In künstlerischer Hinsicht gefunden haben sie sich bei einer Aufführung der Orchesterlieder von Antoine Beuger: Marianne Schuppe als Sängerin, Stefan Thut und Marc Kilchenmann als Mitspieler im Orchester (Konzert der Basel Sinfonietta vom April 2016).
Dieses Konzerterlebnis und das Eintauchen in Beugers Musik der Innigkeit hat für das Trio bis heute nicht an Nachhaltigkeit verloren: "Für uns wurde bald klar, dass wir in einer eigenen Formation weiterarbeiten werden, und so haben wir uns im regelmässig getroffen, zum Erfahrungsaustausch über Komponieren mit Wörtern und Tönen, und wie Musik, Stimme und Sprache überhaupt aufeinander bezogen werden kann." (Stefan Thut)

Das Trio arbeitet seit Beginn mit einem erweiterten Instrumentarium. Nebst den Standardinstrumenten kommen mit eBows gespielte Zithern zum Einsatz und für das Konzert im Gewölbesaal Daniel Heintz des Berner Münsters wird Marc Kilchenmann ein spezielles Glockenspiel bauen. Dieses unterteilt die Oktave in 53 (nicht äquidistante) Schritte und erlaubt Einblick in einen unbekannten klanglichen Kosmos. Zudem nimmt die Stimmung Bezug auf das Geläut des Berner Münsters und erweitert dieses.

Den Gewölbesaal Daniel Heintz als Konzertort hat das Trio einerseits wegen desser einzigartigen Lage, andererseits wegen dessen aussergewöhnlichen Durchlässigkeit, sowohl in akustischer wie auch optischer Hinsicht gewählt. Die Positionierung von stiller Musik soll nicht an hermetischen Orten geschehen. Zwar schwebt man oben auf dem Münster gewissermassen über den Dingen, aber die Stadt ist akustisch sehr präsent. Eingebettet in die Welt ‚"da draussen" ergeben sich so mannigfaltige Bezüge zwischen den in den Raum eingestreuten Wörter und Klänge.


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