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Ein verlassenes Hotel dient Mirko Beetschen als Kulisse für seine Gothic Novel.© Stéphane Houlmann
Ono das Kulturlokal, Bern

Willkommen im Gruselhotel

In einem verlassenen Grandhotel treffen sich fünf potenzielle Erben zum ersten Mal. In bildhafter Sprache erzählt der Interlakner Autor Mirko Beetschen in «Bel Veder» eine Gruselgeschichte, die es in sich hat.

«Dies ist keine Gutenachtgeschichte.» Mit diesen verheissungsvollen Worten schickt einen der Autor Mirko Beetschen («Schattenbruder») auf die Finsteralp in das leerstehende Grandhotel Bel Veder, irgendwo im Berner Oberland. Dort treffen sich zum ersten Mal fünf Verwandte, die potenziellen Erben des Hotels, zur Testamentsvollstreckung. Der ehemalige Besitzer des Anwesens, ihr gemeinsamer Grossvater, verschwand im Alter von 80 Jahren spurlos und wurde für tot erklärt. Bald entflammt zwischen ihnen ein Konkurrenzkampf um das Erbe und es wird klar, dass sie nicht diejenigen sind, die sie vorgeben zu sein.

Geisterhaftes Gepolter

Kurz nach der Anreise ereignet sich Unheimliches in und ausserhalb des alten Gemäuers, das in schroffer, menschenfeindlicher Umgebung steht. Ent­springen anfangs die einzigen Geräusche in der verlassenen Umgebung «vom Pendel der Standuhr, das die Zeit wie ein Messer in immer gleiche Stücke schneidet», poltert es bald aus den vielen verschlossenen Räumen. Ausserdem geistert ein blutüberströmter Mann durch das Hotel. Spätestens als eine Leiche im Keller gefunden wird und ein Schneesturm das Hotel von der Aussenwelt abschneidet, wähnt man sich inmitten eines Horrorszenarios à la Stephen King.

Tatsache oder Fiktion?

Im Vorwort schreibt ein namen­loser Herausgeber, der in Interlaken lebende Autor Mirko Beetschen habe das Manuskript zu seinem zweiten Roman, der Gothic Novel «Bel Veder», in einem alten Aktenschrank auf einem Flohmarkt gefunden. Früherer Besitzer sei ein gewisser Dr. Arthur Hoffmann, Notar des Hotelbesitzers, gewesen. Dazu schreibt er: «Wie sich die Ereignisse im Jahr 1946 tatsächlich zugetragen haben, ob man dem Bericht Glauben schenken will, muss jeder für sich selbst entscheiden.» Schlussendlich spielt es keine Rolle: So oder so übt die Geschichte mit ihren unzähligen Geheimnissen, erzählt in einer so illustrativen Sprache, die einen mitten in die Gemäuer mitnimmt, einen Sog aus.

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