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Die ukrainische Autorin Lana Lux erzählt nüchtern von Menschenhandel. © Kat Kaufmann
Diverse Orte, Thun

Wasserglas und Taxi

Am 13. Thuner Literaturfestival Literaare liest Lana Lux in klassischem Setting aus ihrem Debüt «Kukolka». Es wird auch auf Zugfahrten oder im Taxi gelesen.

Vor gut 13 Jahren gab es so etwas in Thun noch nicht. Die damals aus der Ostschweiz zugezogene Germanistin Tabea Steiner beschloss daher, einen Literaturanlass aus der Taufe zu heben. Mittlerweile ist aus den ersten Leseveranstaltungen das Festival Literaare geworden. Auf die Frage, was sich in dieser Zeit verändert habe, antwortet Steiner: «Das Publikum ist jünger geworden. Strömungen wie Poetry Slam und Spoken Word haben dazu beigetragen, dass Lesungen wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten.»

Tradition und Tüftelei

Der Festivalleiterin ist es wichtig, selbst an neuen Formen zu tüfteln, um den Akt des Vorlesens aufregend zu gestalten. So gibt es am Sonntagnachmittag Taxifahrten, auf denen junge Autorinnen und Autoren auf dem Beifahrersitz ihre Texte lesen. Die für den Schweizer Buchpreis nominierte Martina Clavadetscher liest auf einer Zugfahrt durch das Gürbetal.

«Natürlich haben wir auch klassische Wasserglaslesungen», sagt Steiner. Unter anderem die der ukrai­nischen Autorin Lana Lux, die ver-
gangenes Jahr ihr Debüt «Kukolka» veröffentlichte. Der Verlag schickte das Buch, in dem es um Menschenhandel geht, «per Zufall» an Steiner, wie sie sagt. «Mich faszinierte die Perspektive einer 14-Jährigen, die fast schon nüchtern ihre tragische Geschichte erzählt. Man hält das kaum aus. Gleichzeitig will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.»

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