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Simon Reynolds schaut genau hin, wenn es um machoides Verhalten im Rock geht.© Michel Meeuwissen
Kunsthalle Bern

Überhöht und erniedrigend

Misogyne Tendenzen und ungleiche Rollenverteilungen in der Rockmusik: Der britische Musikjournalist Simon Reynolds stellt in der Kunsthalle Bern das Buch «The Sex Revolts: Gender, Rebellion, and Rock ’n’ Roll» vor. In der Rockmusik habe der #MeToo-Moment noch nicht wirklich stattgefunden, schreiben der britische Musikjournalist Simon Reynolds und die amerikanische Musikjournalistin Joy Press im Vorwort der deutschen Übersetzung von «The Sex Revolts: Gender, Rebellion, and Rock’n’Roll». Das 1995 erschienene Buch untersucht Misogynie und ungleiche Rollenverteilung im noch immer stark von Maskulinität und Machismus geprägten Rock.

Im – in der Übersetzung um einige Kapitel ergänzten – Werk untersucht das Autorenpaar etwa auch Songtexte, die «Frauen und das Feminine mystisch erhöhen» oder fragt, inwiefern Rockmusik «unsere sexuelle Identität bekräftigt». In der «Quasi-Psychoanalyse der Rebellion» müssen auch Lieblingsmusiker der beiden Federn lassen, wie etwa Nick Cave oder The Stooges. Dabei betonen sie, das Buch sei kein Versuch, «die Rockrebellen vor den Gerichtshof der Sexualpolitik zu bringen». Es sei eher eine Vernehmlassung und beruhe auf der Erkenntnis, dass das «Hochgefühl, das diese Künstler in uns auslösen, nicht von ihrer Verwurzelung in ‹problematischer› Gender-Politik trennbar ist».

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