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Stephan Eberhard entlockt einer Puppe lokale Lebensanekdoten. © HKB, Angela Neto
Diverse Orte, Burgdorf

Stören mal anders

Die Hochschule der Künste Bern stört in Burgdorf Quartiere, das «Stadtmagazin» und reifenden Käse. Das Projekt «HKB geht an Land» feiert den vielseitigen Abschluss seiner zweiten Ausführung. Das Wort «stören» bedeutet nicht nur ablenken und behindern, sondern meint auch intervenieren. Dieser Wort­sinn findet sich insbesondere im eigentlichen Wortgebrauch der Handwerker, auch «Störgeher», weil sie sich beim Arbeitgeber vorübergehend einquartieren. Stören hat im Falle des zweitmalig durchgeführten Projekts «HKB geht an Land» (in der ersten Austragung 2017 begab sich die HKB in den Berner Jura) eine positive und auch sehr kreative Komponente. Studierende aus allen Studiengängen gehen in Burgdorf «auf die Stör» und realisieren seit September 2018 konkrete Projekte, die nun an einem Abschlusswochenende präsentiert werden.

Käse mit Musik beschallen

Am meisten Aufmerksamkeit generiert das Projekt «Käse beschallen». Der Komponist, Musik- und Medienwissenschaftler Michael Harenberg initiierte es gemeinsam mit dem Betreiber von Käsehaus K3 Beat Wampfler. Seit vergangenem August beschallt Harenberg neun Käselaibe mit Rock, Hip-Hop, Klassik und Sinustönen. Letztere sind Töne, die nicht in der Natur vorkommen. Um herauszufinden, ob Musik den Reifeprozess der Käse irgendwie beeinflusst, wird ein unbeschallter Käselaib hinzugezogen. Das sonochemische Experiment wird am letzten Veranstaltungs­wochenende des Projekts in Burgdorf evaluiert und degustiert.

Geschichten aus dem Klappmaul

Auch sonst wird gestört, was das Zeug hält: In Werkstätten und Ateliers wird mit Akkordeon und Schlagzeugklängen impro­visiert. Im Industriegebiet wird der «Geist erspürt» respektive der Genius loci dieses Burgdorfer Quartiers auf unterschiedliche Weise festgehalten und in Form von Dokumentationen, Kartografien und Erzählungen vermittelt. Kleinkinder tun etwas Ähn­liches, wenn sie sich auf Spuren von sagenumwobenen Figuren begeben. Auch das Burgdorfer «Stadtmagazin» wird gekapert und bekommt in einer Sonderausgabe ein neues Gesicht. Schliesslich sammelte Schauspielstudent Stephan Eberhard Geschichten von Bewohnerinnen und Bewohnern eines Altersheims. Mit dem Fleisch­ermesser kreiert er aus einem Stück Schaumstoff ein Klappmaul und ein aussagekräftiges asymmetrisches Puppengesicht, das die lokalen Geschichten wiedergibt.

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