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Arno Camenischs schreibt in seinem neuen Roman über einen Schatten über dem Dorf.© Janosch Abel

Schmerz, Sonnenlicht

Nüchternheit zum Erzählen über Leid: Arno Camenischs Roman «Der Schatten über dem Dorf» ist erschienen.

Ein Kind stirbt nicht früher als seine Eltern. Und wenn doch, ist es eine ­Tragödie. Wenn gleich drei Kinder sterben, ist die Tragödie noch grösser. Um eine solche, die ein ganzes Dorf in Schockstarre versetzt, geht es in ­Camenischs neuem Buch «Der Schatten über dem Dorf» – 100 Seiten in grau. Die eingestreuten Wörter in Bündner Dialekt, die die Figuren so zugänglich und fast liebevollmachen, fehlen zwar, der Zugang bleibt aber auch ohne diese. Vielleicht braucht es genau diese gewisse Nüchternheit, um dem Leid der Erzählfigur als Lesende begegnen zu können.

Camenisch-Lesenden wird einiges bekannt vorkommen: etwa das Bündner Dorf in der Surselva, die Beiz der Tante und der Kiosk mit der Zapfsäule. Nur lässt Camenisch in seinem neuesten Werk die Bewohnenden nicht selbst, sondern durch die Erinnerung des Erzählenden sprechen.

Arno Camenisch:
«Der Schatten über dem Dorf» 2021
www.engeler-verlag.com

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