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Belastete Herkunft: «Dünen und Meer, Fehmarn» von Ernst Ludwig Kirchner. © Kunstmuseum Bern
Kunstmuseum Bern

Kunsthandel zwischen Justiz und Moral

Das Erbe der Kunstsammlung Gurlitt für das Kunstmuseum Bern hat für Aufsehen gesorgt. Drei Journalisten der «Berner Zeitung» haben den «Gurlitt-Komplex» zu Papier gebracht. Im Kunstmuseum wird das Buch vorgestellt.

Was mit einer (unrechtmässigen) Beschlagnahmung von Raubkunst-Gemälden aus dem Privatbesitz Cornelius Gurlitts begann und mit einer grossen Erbschaft für das Berner Kunstmuseum noch lange nicht zu Ende ist, ist zum (kunst)historischen «Gurlitt-Komplex» angewachsen. 

Die Berner Journalisten Oliver Meier, Michael Feller und Stefanie Christ rollen den Komplex vom Medienhype bis zur Restitution in einer vorbildlichen Publikation auf. Das Buch «Der Gurlitt-Komplex. Bern und die Raubkunst», das im Kunstmuseum Bern Vernissage feiert, behandelt das Thema umfassend und liefert genau recherchierte Fakten. Damit wird die medial zum milliardenschweren Nazi-Raubkunst-Skandal aufgebauschte Geschichte auf den Boden der Tatsachen geholt: Erst sieben der 1578 beschlagnahmten Werke wurden als nationalsozialistische Raubkunst identifiziert und teils restituiert.

Über den Fall Gurlitt hinaus wirft die Publikation einen kritischen Blick auf die Schweizer und Berner Verstrickungen des Kunsthandels und der öffentlichen Museen im «Spannungsfeld von Recht und Moral». Die zwiespältige Rolle der Berner Auktionshäuser Kornfeld und Ketterer wird beleuchtet. Gleichzeitig nehmen die Häuser selbst Stellung zum Fall. Ebenso wird die Faktenlage und rechtliche Situation der Provenienzforschung mit Beispielen jenseits von Gurlitts Erbe behandelt.

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