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Daniel Kölliker tritt der Shutdownzeit mit Gaffer-Tape entgegen. © Daniel Kölliker
Ono das Kulturlokal, Bern

«Ich plange sehr auf diesen Moment»

Wir stellen Veranstalterinnen und Veranstaltern, die sich im Shutdown befinden, fünf Fragen: Heute erzählt Daniel Kölliker, Künstlerischer Leiter des Kulturlokals Ono, wie er seine Tage und Abende ausfüllt.


Daniel Kölliker, gibt es trotz behördlich verordneter Schliessung zu tun oder sind Sie als Veranstalter zur Langeweile gezwungen?
Groteskerweise habe ich sehr viel zu tun: Ich sage Gästen ab, die für eine Vorstellung reserviert hatten, ich versuche auf verschiedenen Kanälen, Ono-Geschenkgutscheine zu verkaufen, ich mache Umbuchungen, plane Neues, schreibe Konzepte und Gesuche, nehme an virtuellen Sitzungen teil, nehme Annullationen entgegen, stelle die neue Ono-Website fertig und vieles mehr.

 

Bietet das Ono trotz verschlossener Türen etwas?
Mario Batkovic hat angeboten, mit Ono-Gästen einen virtuellen und individuellen Talk in seinem Tonstudio zu führen. Die Einnahmen daraus spendet er dem Ono. Auch planen wir eine virtuelle Versteigerung und ein Schrott­Ono, ein spezielles, virtuelles Lotto.

Wann soll der Betrieb wieder aufgenommen und mit welchem Programm soll wiedereröffnet werden?
Sobald der Bundesrat grünes Licht gibt und das Ono-Team hinter dem Entscheid stehen kann, öffnen wir die Türen wieder. Wir wollen gegenüber unseren Gästen und den Auftretenden ein gutes Gefühl haben. Vor und hinter der Bühne müssen alle gut geschützt sein. Sobald wir das verantworten können, werden wir unser reguläres, bereits geplantes Programm wieder aufnehmen. Ich ‹plange› sehr auf diesen Moment!

Kommt das Ono finanziell über die Runden oder wäre das Kulturlokal ohne staatliche Hilfe im Minus?
Ohne staatliche Hilfe wäre es sehr schwierig. Wir haben grosses Glück, dass uns private Personen unterstützen. Auch der Hauseigentümer ist uns mit der Miete entgegengekommen.

Wie verbringen Sie zurzeit die Abende zu Hause?
Mit meinen Kindern. In Coranazeiten gibt es doch einiges, das mir hilft: Die Katzen streicheln hilft. Stewart O’Nan lesen hilft. Tom Waits hören hilft. Mit den Kindern lachen und tanzen hilft. Einen (verbrannten) Kuchen backen hilft. Mit Freundinnen und Freunden virtuell jassen hilft. Kunst hilft. Erdbeertörtchen essen hilft. Mir Gaffer-Tape ins Gesicht kleben hilft (siehe Bild).

www.onobern.ch

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