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Der Bau des Berner Rathauses im 19. Jahrhundert war ambitioniert. © Manuel Uebersax
Treffpunkt: Berner Rathaus

Happy Birthday, Rathaus!

In der Hand von Patrizierfamilien und der Demokratie: StattLand beleuchtet mit einem neuen Rundgang das 600-jährige Bestehen des Berner Rathauses.

Beinahe hätte eine protzige Säulenfassade wie aus dem griechischen Pantheon das Rathaus geziert. Auch ohne wilde Umbaufantasien war der Bau des Berner Rathauses im 19. Jahrhundert ambitioniert. Der Neubau von 1417 am Ende der «Achse der Macht», der Kreuzgasse, war gleich gross wie der Amtspalast von Mailand, einer Stadt mit 20-mal mehr Einwohnern. Heuer wird das Rathaus 600-jährig. StattLand feiert das mit dem szenischen Rundgang «Berner Rathaus – Politische Mitbestimmung im Wandel».

An der Führung gibt es architektonische Details zum Rathaus, dem Münsterchor, der vorangehend als Rathaus verwendet wurde, und zum Patrizierstadtpalast Erlacherhof zu erfahren.

Vom Neubürgereid zur Loswahl

Vier Frauenfiguren führen durch die Geschichte der Mitbestimmung. Da erzählt eine mittelalterliche Magd vom Neubürgereid, der nach der Pest mehr Einwohner in die Stadt locken soll. Eine sogenannte «16er Prinzessin», also eine Patriziertochter, deren Vater Grossrat mit Nominationsrecht ist, erläutert, wie ihre Stellung die politische «Carrière» ihres zukünftigen Gattens beflügeln kann. Dennoch wird erst 1831 das allgemeine Wahlrecht eingeführt – durch den Kanton. Ausgeschlossen davon sind Frauen, Juden und besitzlose Bürger.

Im Grossen Ratssaal angekommen, zeugt die Zuschauer- und Pressetribüne der 40er-Jahre vom Wille zur Demokratisierung. Auch die Rundgangsbesucher werden davon angesteckt: Flugs wird in den Amtssesseln über Ausländerstimmrecht, Abstimmverbot nach 75, Strafe für Nichtwähler oder Amtswahl per Los diskutiert.

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