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Schutzkonzepte sind Lockerungsmassnahen, die deutlich werden im Erscheinungsbild von Dienstleistungspersonal. © Unsplash Liam Burnett

Aus dem Corona- Lexikon #9

Eine Krise hat immer auch kreative Konsequenzen. Etwa punkto Wortschöpfungen. Zur Meisterung der neuen Alltagssprache stellen wir ein kleines Lexikon zusammen.

Lockerungsmassnahme, die

Meist im Plural verwendet, meint von Verbänden und Bundesämtern erarbeitete und vom Bundesrat verkündete neue Massnahmen zur zügigen Lockerung der Corona-Sicherheitsmassnahmen. Sichtbar in Form von: → Schutzkonzepten, Dienstleistungspersonal mit Atemschutzmasken und Desinfektionsspray, geöffneten Schulen und Distanzschlangen bei Ikea und Gartencentern. Synonym: Ausstiegsstrategie, Öffnung, Lockout.

Schutzkonzept, das

Je Wirtschaftsbereich ausgearbeitetes Konzept, mit dem Ziel einer baldigen Wiederinbetriebnahme bei Einhaltung der Verhaltens- und Hygieneregeln. Im Kultur- und Sportbereich haben diese Auflagen zu neuen Praxen und Begriffen geführt wie: Distanzabwehr, Distanz­theater, Disdance, exponentielle Zunahme von Solos, Contactless Improvi­sation, asocial dance, Geisterspiel, Zuschauerinseln, infektionsrisikoarme Guckkasten-Kunst.

Seuchen-Sozialismus, der

Wortkreation von NZZ-Chefredaktor Eric Gujer. Neoliberale Metapher für das Prinzip, in Krisenzeiten «Lebensrisiken an den Staat zu delegieren». Verdeutlicht Ärger über zu viel staatliche Eingriffe und Auflagen für die Wirtschaft, für G. auch «Staatsgläubigkeit». Antonym zu S. nach G.: Selbstverantwortung, «Leistungsbereitschaft jedes Einzelnen», «Stimulierung der Wirtschaft durch Deregulierung». Geht problemlos einher mit der Nichterwähnung der Tatsache, dass die börsennotierte NZZ-Mediengruppe Kurzarbeit beantragt hat.

Zoombombing, das

Willentliche Unterbrechung, auch Hacking einer digitalen Veranstaltung auf Zoom mittels kontext-fernen Bemerkungen oder Beschimpfungen, fragwürdigen Bildinhalten wie etwa Dickpics etc. Z. kann rechtlich geahndet werden.

Zoomfail, das

Unabsichtliches und vorwiegend peinliches Zoom-Malheur (engl. «fail»: versagen, scheitern) wie etwa: Vor laufender Kamera mit dem Laptop aufs WC gehen oder ähnlich unprofessionelles, unbedachtes Verhalten während einer digitalen Sitzung.

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