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Pegelstand

von Christian Pauli
© Rodja Galli, a259

Christian Pauli

Christian Pauli ist Kommunikationsleiter der HKB und co-leitet pakt bern – das neue musik netzwerk. Er pendelt zwischen Schüss, Aare und Rhein und verabschiedet sich hier mal.

Die BKA dankt dem Autor für seine sieben Jahre Messung des Berner Kulturpegelstands. Ein neues Team an Kolumnist*innen wird die Kultur- und Politikdebatte in der BKA ab Ende Sommer weiterführen.

Vor fast sieben Jahren habe ich an dieser Stelle den ersten Pegelstand angezeigt – nun ist also Ende Feuer und mit der 54. Kolumne geht das Kapitel Berner Kulturagenda für mich zu Ende. Easy. Abschied nehmen und weiter gehen ist immer gut.

Zumal sich Kreise schliessen. Im Oktober 2014, bei meiner ersten Kolumne, ging’s um das Ende der Biennale. Mag sich vielleicht keine*r mehr daran erinnern. War ein Berner Festival für zeitgenössische Kunst, das leidlich erfolgreich war, gerade in seiner letzten Ausgabe, 2014, die ich mitkuratierte, die aber die letzte sein sollte – mit u.a. fulminanten Auftritten der beiden weltweit beachteten Künstler*innen Christian Marclay und Anne Teresa De Keersmaeker. Ein Bericht unter der Federführung von Franziska Burkhardt – heute Kultursekretärin dieser Stadt – empfahl, das Festival einzustellen. Was dann auch gemacht wurde.

Manfrau mag das auch sieben Jahre später bedauern – aber darum geht es nicht. An Stelle der Biennale ist das Musikfestival getreten, das eben ein spannendes Programm für die nächste Ausgabe im September vorgestellt hat. Wenn ich aber sieben Jahre im Zeitraffer zurückblende, fallen mir zwei Dinge auf: Diese Stadt hat ein Problem mit der zeitgenössischen Kunst – und mit der kulturpolitischen Debatte.

Anders kann ich die jüngsten Sparübungen der städtischen Kulturpolitik nicht deuten. Gespart werden soll zunächst an gegenwärtigen und jungen Positionen: Stadtgalerie, New-York-Stipendium, Kunst im öffentlichen Raum etc. Die grossen Institutionen kommen dann als nächstes dran. Die Stadt verhökere gerade ihr «Tafelsilber», schreibt, kulturpolitisch weitblickend, Bernhard Giger, Urgestein des städtischen Kulturschaffens, im «Journal B».

Eine Debatte über diese Sparanstrengungen ist aber nicht erwünscht – schon gar nicht von Stadtpräsident Alec von Graffenried, der das Dossier politisch mit viel Wehklagen verantwortet. In diesem Sinne, Ironie der 
Geschichte, ein letzter Hinweis an dieser Stelle: not-the-arts.ch. Oder: Fight for your right to party, Berner Kunst.


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