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Pegelstand

von Sibylle Heiniger
© Rodja Galli, a259

Sibylle Heiniger

Sibylle Heiniger ist Regisseurin und Produzentin und engagiert sich bei t.Bern, dem Berufsverband fürs freie professionelle Theaterschaffen. Sie ist zudem Mitglied der städtischen Tanz- und Theaterkommission. Da am neuen Wohnort Biel die geliebte Aare zum See wird, lernt sie nun segeln.

 

Die Stadt Bern muss sparen. Der Gemeinderat hat das Finanzierungs- und Investitionsprogramm für die kommenden drei Jahre präsentiert. Alljährlich soll der Gürtel enger geschnallt werden, bis wir dann im 2024 öppen 51,5 Millionen weniger aus dem Haushaltskässeli ausgeben.

Und jetzt fängt das Gstürm um die einzelnen Päckli im Sparpäckli an. Öffnen wir das der Kultur: Hui, Schwein gehabt, es sind nicht wie befürchtet 10 % des Kulturetats, die insgesamt eingespart werden sollen, sondern nur gerade 3,5 % im Vergleich zum Budget 2021. Und fürs kommende Jahr fangen wir mit einem Drittel davon an. Erfreulich ist, dass keine Kürzungen bei der direkten Kulturförderung zu finden sind. Aber äbe, jetz geit’s as Iigmachte: Kulturschaffende können nicht mehr mit einem städtischen Stipendium nach New York. Und Berner Kultur soll nicht mehr unterstützt werden bei der Promotion und dem Akquirieren von Gastspielen ausserhalb der Bundesstadt. Vielleicht steckt dahinter ein Nachhaltigkeitsgedanke – das Umherreisen ist ja gwaltig umweltschädlich. Oder ist die Stadt zu wenig stolz auf ihre Kultur? Soll sie lieber nur da gezeigt werden, wo sie produziert wird, klein und geheim? Oder ist Bern so «ugattlig» stolz und will, dass die Theaterstücke und Kunstwerke aus hiesiger Produktion auch nur hier gezeigt werden können? Chapeau, das wäre ja ein gelungener Streich!

Doch dafür braucht’s Institutionen, die die Kunst auch dem Publikum zugänglich machen. Institutionen mit Betriebskosten halt. Und grad da wird stotzig mit Sparen angefangen. Die Stadtgalerie soll ab 2022 nicht mehr sein. Und der grosse Brocken folgt 2024, wenn die Leistungsverträge mit den 21 Kulturinstitutionen, die die Stadt Bern mitfinanziert, neu ausgehandelt sind – erst ab dann kann bei ihnen gekürzt werden. Sorry Stadt­galerie, du hast halt keinen Leistungsvertrag, der Gelder bindet. Da chasch jetz stürme. Nume dass es no gseit isch: Der Stadtrat entscheidet übers neue Budget im Herbst.


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