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Pegelstand

von Manuel C. Widmer
© Rodja Galli, a259

Manuel C. Widmer

Manuel C. Widmer ist Primarlehrer, Stadtrat (GFL), als plattenleger mcw (Zweitklass-)DJ in diversen Berner Klubs und als YB-Fan auch an Fussballkultur interessiert. Er ist leidenschaftlicher Koch und Vorstand der BuCK-Nacht­leben Bern.

Sie! Ja, genau – Sie! Wie viel Geld haben Sie in den letzten Wochen gespart? Beziehungsweise nicht ausgegeben? Weil Sie nicht im Theater waren, nicht im Kino? Weil der Discobesuch ausfiel, das Sinfoniekonzert? Die Stand-up-Comedy im Kleintheater oder die Lesung im UG einer Bibliothek? Wissen Sie überhaupt, wie viel Sie in der Woche oder im Monat für Ihre geistige Nahrung ausgeben? 2018 waren es 356 Franken im Monat. Sagt das Bundesamt für Statistik. Davon haben Sie nicht alles gespart, weil ein Teil davon auch für den Zugang zum Internet, für Video und Streaming bezahlt wird.

Konservativ gerechnet dürften es also vielleicht 100 Franken sein. Vielleicht etwas mehr, wenn Sie in der Stadt wohnen, etwas weniger, wenn der Weg zur Kultur weiter ist. Macht in den letzten 2 Monaten satte 200 Stutz. Rechnen Sie jetzt noch Ihre Ausgaben für Restaurant- und Barbesuche dazu. Vielleicht noch einmal, zweimal 200 Franken, sagt die Statistikabteilung der Gastrobranche. Etwas mehr, wenn man die nicht getrunkenen Mischgetränke, Fyrabe-Biere und Steh-Espressi dazurechnet. 600 Franken gespart. Nur: wohin jetzt damit?

Keine Frage: da wo es hingehört! In die Kassen der Kulturlokale und Klubs. In die Portemonnaies der Künstlerinnen und Künstler. Auf die Konten der Bars und Restaurants. Was Sie gespart haben, fehlt denen am Ende des Monats – und bedeutet am Ende vielleicht sogar deren Ende. Was heissen könnte, dass Ihr Lieblingslokal, das Kleintheater Ihres Vertrauens, Ihre Feierabend-Bar oder der Nachtclub den Lockdown unendlich verlängern muss. Sie können das verhindern!
Kaufen Sie jetzt Gutscheine für später. Viele Restaurants und Bars bieten solche online an. Jede Gutschrift ist ein kleiner Schritt weg vom Konkurs. Spenden Sie ihr Geld Ihrem Lieblingslokal im Rahmen eines Crowdfundings (Gaskessel, Kapitel, Bierhübeli, u. v. a. m. auf wemakeit.ch). Sichern Sie sich für Ihre Spende eine (winzige bis grosse und/oder witzige bis nützliche) Gegenleistung. Von einer Dankeskarte über die Namensgebung für den Drink des Monats bis hin zum gesicherten Ticket für einen Gig nach dem Lockdown. Oder Ihrer Namenstafel an einem VIP-Sitz. Kombinieren Sie Ihre Spende, in dem Sie sich Ihr Essen von Berner Künstlerinnen und Künstlern liefern lassen (z. B. Matchbox). Spenden Sie während einer Austragung der Konzertserie von stage-at-home.ch. Arrangieren Sie gekaufte Tickets für abgesagte Veran­staltungen mondrianmässig in einem Wechselrahmen und schmücken Sie mit diesem Bild ihr Wohnzimmer – statt das Geld zurückzufordern.

Seien Sie kreativ in der Unterstützung der Kreativen, hauen Sie Ihr «Gespartes» jetzt für Kultur raus. Besser können Sie das Geld nicht anlegen.


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