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Pegelstand

von Barbara Boss
© Rodja Galli, a259

Barbara Boss

Barbara Boss ist freischaffende Produktionsleiterin und Dramaturgin. Sie ist ein «Bärgmeitschi» aus dem Oberland, fühlt sich aber in der Stadt Bern heimisch. Sie mag guten Schnaps, Bruce Springsteen und Katharsis im Theater.

Am letzten Tag des letzten Jahres, beim Eindunkeln in sonnenfrostigen Höhen, fragte mich ein liebster Mensch, welches 2019 mein schönster, welches mein schlimmster Moment gewesen sei. Unter Sternschnuppen stiessen wir um Mitternacht auf beide Momente an, den schönsten und den schlimmsten – dem Hellen wie dem Dunklen, dem Anfang wie dem Ende wohnt ein Zauber und eine Kraft inne.

Der folgende Jahresrückblick erwähnt nur die liebsten kulturellen Reminiszenzen. Die weniger goutierten finden keinen Platz, inspirierten aber dennoch, auf ihre Weise.

Entdeckung: Tim Walker – mit Fotografien, die nicht von dieser Welt sind. Film: «For Sama» von Waad-al Kateab und Edward Watts, weil wüst und wichtig. Buch: «Herr Anselm» von Arno Camenisch – schon nur wegen diesem Satz, der zum Jahresmotto werden könnte: «Mhm, das Glück muss man herausfordern, sonst findet es einen nicht, das Unglück findet dich immer, aber das Glück findet dich eba nur, wenn du dich ihm zeigst, das braucht ein bisschen Courage im Herzen.» Album: «Z-Sides» von Tom Rosenthal, auch wenn aus dem Jahr 2018 ist, vor allem wegen dem dazugehörigen Video, in dem der Sänger bei jedem Song in einer anderen Landschaft in einem Näscht unter freiem Himmel schläft – auch das vielleicht ein Motto fürs neue Jahr. Wenns denn von 2019 sein soll, dann «Lia Sells Fish» von eben dieser – eine sphärische Offenbarung. Konzert: Patent Ochsner beim Reitschulfest, weil «uf au die wones grosses Härz hei. U wosech das nid löh la näh!» Theater: «Ernst» von Bonzo Kollektiv, auch wenn frau selber dabei war – in diesem Fall gibt es keine an-dere Wahl, weil so nah am Leben und am Menschen. Kulturort: das Tojo Theater – die leuchtende Alma Mater, die uns alle überdauern wird.

Dem Rückblick folgt ein hoffnungsvoller Ausblick. Auf güldene Zwanzigerjahre mit einem friedvollen, progressiven Ende.

In diesem Sinne: Twenty Twenty – Twenty Plenty!


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