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Pegelstand

von Manuel C. Widmer
© Rodja Galli, a259

Manuel C. Widmer

Manuel C. Widmer ist Primarlehrer, Stadtrat (GFL), als plattenleger mcw (Zweitklass-)DJ in diversen Berner Klubs und als YB-Fan auch an Fussballkultur interessiert. Er ist leidenschaftlicher Koch und Vorstand der BuCK-Nachtleben Bern.

Seit dem 15. Dezember kann es passieren, dass man in Bern nicht da landet, wo man hin wollte. Sollte das passieren, liegt es weniger am Unvermögen Einzelner, als an Bernmobil. Denn die Städtischen Verkehrsbetriebe haben einige ihre Buslinien neu verknüpft. Der Wylerbus fährt jetzt hoch in die Länggasse, wo man bis heute mit dem 12er hinkam. Dieser fährt einen neu vom Zentrum Paul Klee direkt in die Insel (Was die Message hinter dieser Kopplung sein könnte, bleibt der Fantasie überlassen). Wieder degradiert wurde die Linie 11, die nur noch zwischen Neufeld und Bahnhof hin und her fahren darf.

Natürlich werden einige unaufmerksame Pendlerinnen und Pendler neue Quartiere kennenlernen, Bern neu entdecken. Aber wer beim Botanischen Garten aussteigt, statt im Bärenpark, ist sicher nicht an einem falschen Ort. Und wenn man schon mal in Holligen gelandet ist, statt bei der Unitobler, lohnt sich der Besuch des Friedbühl-Parks beim Friedhof. Ein schöner Ort, an dem man den Gedanken nachhängen kann: Gedanken, wie zum Beispiel der Idee, Kulturinstitu­tionen wie Buslinien neu miteinander zu verknoten. Gedanken wie die Visionen, was daraus entstehen könnte. Was, wenn Symphonieorchester und Alpines Museum eine Kooperation eingehen würde? Was entstünde, wenn das Kunstmuseum nicht mehr mit dem ZPK verbunden wäre, sondern mit dem Gaskessel? Was dürften wir von der Verbindung von der Dampfzentrale und dem Schweizer Schützenmuseum erwarten? Was macht das Swiss Jazz Orchestra im Schweizerischen Bundesarchiv? Um was tanzt das Ballett von Konzert Theater Bern im Politforum Käfigturm? Was bietet das Lichtspiel im Einsteinhaus?

Die kommenden Feier- und Wintertage laden ja geradezu dazu ein, weitere Kulturinstitutionen zu «bernmobilisieren.» Spannende Kopfreisen, die enden können, wie eine Busfahrt nach dem 15. Dezember: Man kommt zwar nicht da an, wo man ursprünglich hin wollte - aber man erreicht interessante, neue Orte.


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