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Pegelstand

von Madeleine Corbat
© Rodja Galli, a259

Madeleine Corbat

Madeleine Corbat ist Produzentin bei Recycled Tv in Bern und Präsidentin des Vereins Cinéville / Kino Rex.

Stadt im Rahmen der sogenannten «Velo-Offensive», stehen. Sie sollen Helfer in Velonot sein. Sollen.

Denn ein Besuch an diesen rosa-farbenen Zapfstellen entpuppt sich schnell als fieser, kleiner Versteckte--Kamera-Moment. Da verweigert der ungelenke Zylinder das Andocken ans Ventil, die Hände innert Kürze verschmiert von Öl und Dreck, der Pflastersteinboden uneben, das Rad renitent, die Pumpe leer, das Velo kippt, die Glocke wimmert. Von wegen Offensive.

Der Blick tastet verschämt die Umgebung ab, ob da wohl jemand Kenntnis genommen habe von der offensichtlichen Unfähigkeit im Bereich Pumpen. Der Impuls, dem stupiden rosa Monster einen kräftigen Tritt zu versetzen, ist gross.

Doch nach dem ersten Frust, die Hände noch schmierig, kommt urplötzlich die Idee auf, weshalb eigentlich, liebe velo-offensive Stadt, gibt es keine Kultur-Zapfstellen? Nicht die offiziellen Plakatsäulen, keine lang geplante Kunst am Bau, sondern eben solche rosa gefärbten Zapfsäulen mit Gedichten, Songs, Videos von Berner Künstlerinnen und Künstlern? Statt Luft fürs Rad, Futter fürs Hirn? Wenn die Schlangen an den Pumpstationen lang werden oder die Zylinder (definitiv) defekt sind, wären sie als Alternative gleich daneben ideal.

Steff la Cheffe etwa, die nach dem Pumpdesaster solidarisch «Ha ke Ahnig» singt, auch Mani Matters «E Löl, e blöde Siech, e Glünggi un e Sürmel» könnten helfen in der Not. Das wäre eine schöne neue Offensive. Auch für Fussgängerinnen. Und ältere Menschen auf Bänkchen.

 

 


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