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Pegelstand

von Sibylle Heiniger
© Rodja Galli, a259

Sibylle Heiniger

Sibylle Heiniger ist Regisseurin und Produzentin und engagiert sich bei t. OK Bern, dem Berufsverband fürs freie professionelle Theaterschaffen. Sie liebt die Aare (vor allem im Sommer) und gute Bücher (immer).

Es ist wieder so weit: Beim Einkaufen werde ich unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht, dass Weihnachten naht. Überall liegen bunt verpackte Leckereien rum und allerlei Geschenktipps für die Liebsten werden mir präsentiert. Weihnachtsgeschenke haben wir in meinem Verwandten- und Freundeskreis schon länger abgeschafft. Fast. Denn für die Kinder gibt es was. Was Kleines. Und damit einhergehend eine unausgesprochene, aber verpflichtende Tradition, dass die Kinder einen selbst gebastelten Adventskalender kriegen. Möglichst originell soll er sein. Thematisch passend zum Alter und zu den Themen, die die Kleinen grade beschäftigen. Und eben: SELBST gebastelt! Schliesslich sind wir ja alle KREATIV!

 


Ich zermürbe mir mein Hirn, was ich über die Jahre schon alles zusammengeschustert habe, damit es nicht zu einer peinlichen Wiederholung und enttäuschten Gesichtern kommt. Ich frage nach inspirierenden Ideen bei 
anderen Tanten und Göttis und fühle mich immer mehr unter Druck. Die Zeit, die ich ins Brüten und Basteln stecke, würde ich eigentlich lieber mit meinem Patenkind verbringen. Es hat schon so das Jahr über zu wenig von mir. Und ich hätte weniger Kreativitätsdruck.


Kurz: Dieses Jahr gibt es keine Bastelei, sondern Zeit. Zeit zusammen, Zeit was zu unternehmen, was gemeinsam zu erleben.


Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich liebe Geschenke und Überraschungen aller Art. Aber sich Zeit zu nehmen oder zu verschenken ist hierzulande ein 
unverschämter Luxus, den wir uns zu wenig gönnen.
Und während der Adventstage ist doch der ideale Moment, sich selber und anderen (kulturelle) Zeit-Geschenke zu machen. Die nächste Gelegenheit dazu ist der 1. Dezember. 16 Kulturinstitutionen der Stadt Bern entführen einen zu einem kreativen «Blind Date». Die «Entführungskarten» dazu gibt es an der Äss-Bar an der Marktgasse zu erwerben. Oder Sie gehen jeweils über Mittag in die Heiliggeistkirche zum musikalischen Adventskalender und nehmen sich Zeit für ein halbstündiges Konzert.


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