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Pegelstand

von Barbara Boss
© Rodja Galli, a259

Barbara Boss

Barbara Boss ist freischaffende Produktionsleiterin und Dramaturgin und Mitglied des Theaterkollektivs Faust Gottes. Sie ist ein «Bärgmeitschi» aus dem Oberland, fühlt sich aber in der Stadt Bern heimisch. Sie mag guten Schnaps, Bruce Springsteen und Katharsis im Theater.

Die Präsidialdirektion investiert in die Berner Kultur. Die Mittel für die Kulturförderung sollen zwischen 2020 und 2023 um 7 Prozent steigen. Wie der jüngste Geldsegen verteilt werden soll, liegt zur breiten Vernehmlassung vor.
Grundsätzlich soll der Nachhaltigkeit von Kulturproduktion, -distribution und -rezeption mehr Gewicht gegeben werden. Auch kulturelle Teilhabe wird grossgeschrieben. Und neue Formen des Besuchs von Kulturveranstaltungen sollen ausprobiert werden, denn «der technische Fortschritt wird heute noch Undenkbares möglich machen». Herr von Graffenried, Sie kommen dann aber schon noch selber zu Veranstaltungen und schicken nicht einfach Ihren Avatar, gäll?


Dies ist nicht der Ort, um die Vorlage en détail zu besprechen. Aber eine Frage sei platziert: Ist das Verhältnis der Mittelzuweisung zwischen Institutionen und direkter Förderung angemessen? Schlachthaus Theater und Dampfzentrale werden mit 123 000 und 338 000 Franken zusätzlich subventioniert. Das Tojo Theater kriegt nicht mehr Geld, bietet ja aber auch nur eine Bühne für «kleinere Aufführungen». Da müssen Sie aber über die Bücher, oder mal wieder in die Reitschule, liebe Präsidialdirektion – das Tojo ist weit mehr als ein Zufluchtsort für Produktionen, die sonst nirgends Platz finden. Und eröffnet die Saison 2018/19 mit einem Grossprojekt mit 100 Beteiligten. Item. Der Anteil Projektbeiträge indes steigt gerade mal von 12,5 auf 14 Prozent. 2017 wurden Projektbeiträge von 6,5 Millionen Franken gesprochen, nur die Hälfte aller Gesuche konnte damit bewilligt werden. Reichen bei dieser Ausgangslage wirklich 1,5 Prozentpunkte Erhöhung?


Die Vernehmlassung dauert bis zum 2. Juli. Höchste Zeit, sich auszutauschen und einzumischen. Deshalb hier meine offene Einladung zum Symposion unterm Sommersternenhimmel am 25. Juni ab 18 Uhr. Ort tba.
I däm Sinn: Wünschli, tusig Wünschli!


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