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Pegelstand

von Manuel C. Widmer
© Rodja Galli, a259

Manuel C. Widmer

Manuel C. Widmer ist Primarlehrer, Stadtrat (GFL), als plattenleger mcw (Zweitklass-)DJ in diversen Berner Klubs und als YB-Fan auch an Fussballkultur interessiert. Er ist leidenschaftlicher Koch und Vorstand der IG Nachtleben. Illustration: Rodja Galli, a259

Das grosse Warten auf die Gala. Jede Woche wieder – mit Hoffnung und Enthusiasmus. Manege frei! Und dann – Wochenende für Wochenende die Ernüchterung. Was einst glücklich machte, vermag nur selten aus den Sitzen zu reissen. Das erhoffte Feuerwerk auf dem Platz entpuppt sich als einsames Zuckerstöckchen. Und trotzdem gehe ich hin. Es ist ja «mein» YB – «mein» Verein. Sagen die. Allerdings sei die Frage erlaubt: Wo sind die ­Berner in «meinem» Berner Verein?

In der Manege unten, ja, da hat es ein paar vielversprechende Pflänzlein. Wie zum Beispiel Kwadwo Duah. Aber in den Teppichetagen, da hört man ­allerlei Dialekte – nur kaum meinen. Deshalb auch der Aufschrei nach einer «Bärner Lösig» vor ein paar Wochen.

Dahinter steckt aber sicher auch die Enttäuschung über die Vorstellung, die geboten wird. Sicher, die Mannen geben sich Mühe. Aber für den Laien ist es wenig verständlich, wie in den einzigen 90 Minuten Arbeit, die in einer Woche zählen, nicht alle mindestens 110 Prozent geben oder das Wichtigste in ihrem Geschäft nicht auf die Reihe bekommen: Das Tor zu treffen. Und das bei deren Gehälter … (Wer mir jetzt Stammtischgepolter vorwirft, liegt vollkommen richtig. Aber manchmal tut das gut!)

Von Fussball-Gehältern können die Hauptdarstellerinnen und -darsteller der Vorstellung 100 Meter über die Strasse nur träumen. Sie sind jeden Tag mindestens zwei Mal im Einsatz, zeigen Höchstleistungen im körperlichen und künstlerischen Bereich. Der Circus Monti war wieder in der Stadt. Ein Familienbetrieb mit einer familiären Atmosphäre und einem Programm, das Alt und Jung verzaubert, aus dem Alltag reisst und tief berührt. Poetisch und athletisch zugleich. Klar, auch hier fällt mal ein Jonglierball zu Boden oder misslingt ein Sprung auf dem Trampolin. Aber nach 90 Minuten sieht man nur glückliche, faszinierte Gesichter. Die Manege ist rund und die Vorstellung dauert über 90 Minuten. Hopp Monti!


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