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Stadtgeräusche nicht als Lärm sondern als Musik und Rhythmus anhören: Das hat HKB-Studierende Lejla Bejrami inspiriert. © Lejla Bajrami

Wohltuender Lärm

Die Präsentationen der Semester- und Bachelorarbeiten des Studiengangs Sound Arts der Hochschule der Künste Bern finden für einmal nicht vor Ort, sondern im Radio und Internet statt. Zu hören ist etwa «Soniferous City» von Lejla Bajrami.

Sirenen, volkstümlicher Gesang, quietschende Gleise, brummende Motor­geräusche, entfernte Stimmen, ein plätschernder Brunnen: Umgebungsgeräusche charakterisieren eine Stadt fast genauso eindrücklich wie ihre Skyline. Doch was passiert, wenn man die Sounds zweier Städte über­einanderlegt? Im elfeinhalbminütigen Hörstück «Soniferous City» erforscht Lejla Bajrami die klanglichen Unterschiede der Städte Bern und Skopje in Nordmazedonien. Es spielt damit, dass man als Hörende nicht genau weiss, wo man sich befindet. Einerseits glaubt man, das Läuten der Zyt­glogge wahrzunehmen, dann ertönt an Muezzin erinnernder Gesang. Die in Interlaken geborene Bajrami lebte selbst für 10 Jahre in Skopje, ist für ihr Studium vor drei Jahren nach Bern gezogen und fragt sich in ihrem Projekt, dass sie im Rahmen der praktischen Bachelor­arbeit im Studiengang Sound Arts an der Hochschule der Künste Bern kreierte, ob man eine Stadt an ihrem Sound erkennt.

Zu Hause Touristin

Die 21-Jährige, die bereits für das Musik- und Filmfestival Norient arbeitete, komponierte das Stück aus Stadtklängen, die sie im Zeitraum vom  3. Dezember 2019 bis zum 14. Februar 2020 aufnahm. Sie habe während des Aufzeichnens und des Komponierens gemerkt, dass sich ihre Wahrnehmung veränderte: «Diese Arbeit hat die Touristin in mir geweckt, obwohl ich mich an beiden Orten wie zu Hause fühle», sagt Bajrami. Sie sei davon überzeugt, dass wenn man den Stadtlärm statt als störend eher als Musik betrachte, die Umgebung anders und besser genies­sen könne.

Unter normalen Umständen würde «Soni­ferous City», wie die Präsentationen aller anderen Semester- und Bachelorarbeiten, an der HKB gezeigt werden. Wegen Corona verschieben sich die Präsentationen in den digitalen Raum: In einem bunten Mix sind die teils live gespielten Werke, Performances, Soundinstallationen und Videovertonungen während zwei Stunden auf Radio RaBe zu hören, inklusive kurzer Interviews oder Erläuterungen der Studierenden.

Präsentationen: 29. bis 30.5.
www.hkb-soundarts.ch
www.rabe.ch

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