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Nadja Zela hat die Trauer mit ihrer Band in sinnlichen Blues gepackt. © Nik Spoerri

Wie die Seerose im Morast

Nach einem Schicksalsschlag meldet sich die Zürcher Musikerin Nadja Zela mit ihrem neuen, cineastischen Doppelalbum «Greetings to Andromeda. Requiem» zurück.

Im Angesicht des Todes und der Lücke, die ein geliebter Mensch nach seinem Ableben im Leben des anderen hinterlässt, scheint alles bedeutungslos, zerfressen von Sehnsucht. Die Sehnsucht, das trügerische Gefühl, das dem Tod seine Endgültigkeit abspricht. Eine endlose Spirale, die sich nur mit der Zeit weniger schnell dreht. «I got places to go / I got things to do / But I just wanna be with you» singt Nadja Zela im Stück «Wanna be with you».

Erschütternd, ohne Pathos

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, dem Illustrator und Comiczeichner Christophe Badoux 2016, umgab sich die Gitarristin und Sängerin mit Musik verschiedener Stile, die sich mit dem Tod beschäftigt, und beschloss, selbst ein Requiem zu schreiben. Auf dem Doppelalbum «Greetings to Andromeda. Requiem», das Mitte November erscheint, versammeln sich Sounds wie aus einem düsteren Märchen. Schaurig schön und geisterhaft cineastisch, gespielt von einer brillanten Band aus «Fisch» an den Drums, Michel Lehner am Bass und Nico Feer an Gitarre und Synthesizer. Im Dark Folk der Formation schimmert Pink Floyds «Breathe» durch, die Stimme der Zürcherin erinnert an ein weibliches Pendant zu Nick Cave, dessen Gesang auch ein Timbre von unüberhörbarem Schmerz innewohnt, ohne viel Pathos und dennoch zutiefst erschütternd.

Sinnlicher Begleiter

Zwar ist der Aufbau des Doppel­albums mit seinen 18 Liedern angelehnt an ein klassisches Requiem, doch Störgeräusche, die sich durch einen ganzen Song ziehen, und chorale Gesänge, die von düsteren Synths durchbrochen werden, machen die Platte sehr modern. Der warme, sinnliche Blues in der Stimme Zelas, die Schwermut und die Phantasmen, die sie in ihre Texte einstreut, die Wut, die durchblitzt und die Kraft, mit der sie ihre Stimme wiederfand, wie eine Seerose, die sich aus dem tiefen Morast ihren Weg an die Oberfläche bahnt, machen das Konzeptalbum zu einem stärkenden Begleiter durch diese groteske Zeit.

Nadja Zela «Greetings to Andromeda. Requiem», Patient Records
www.nadjazela.com

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