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Coverversionen ohne Berührungsängste: Menschmaschine mit Helena Danis. © ZVG
Innenhof Progr, Bern

Weit geöffnete Türen

Bee-flat veranstaltet eine Sommerkonzert-Reihe im Progrhof. Die Auftretenden stammen alle aus dem Progr-Umfeld und zeigen die Vielfalt der dort beheimateten Musikschaffenden. Auch der Progr, normalerweise ein Ort, in dem hinter jeder Ateliertür und in jedem Proberaum an neuen Songs, Konzeptkunstkonzepten, Logos, Theaterprojekten oder Romananfängen gefeilt und getüftelt wird, war während des Lockdowns wie ausgestorben. Über 200 Künstlerinnen und Künstler sind in insgesamt 70 Räumen aktiv, darunter eine grosse Anzahl Musikschaffender, die seit gut drei Monaten ohne Publikum – und Konzertgagen – haben auskommen müssen. Bee-flat organisiert deshalb im Innenhof des Progrs eine Sommerreihe mit einstündigen Konzerten unter freiem Himmel. Die auftretenden Formationen stammen alle aus dem Progr-Umfeld.

Urbane Provinz

Wie vielseitig die dort arbeitenden Berner Künstlerinnen und Künstler sind, zeigt sich an den vertretenen Musikstilen. Da klimpert eine Ukulele zu einem leichtfüssigen Lied, begleitet von einer melancholischen Trompete (Sans Claire mit Simone Abplanalp und Thomas Knuchel), da wagt sich eine Jazzformation an eigentlich uncover­bare Stücke wie Kraftwerks «Das Model» oder den Discoklassiker «Ring my Bell» (Menschmaschine feat. Helena Danis), und alpine Volksmusik klingt plötzlich abenteuerlich modern: Gemeint ist das Trio Jütz mit Philipp Moll, Daniel Woodtli und Isa Kurz, das auch schon als «hochmoderner Partikelfilter gegen die akustische Umweltverschmutzung des alpinkulturellen Degenerationsprozesses» bezeichnet wurde.

Sprachperformerin Sandra Künzi und Bassistin Reg Frei sind ein eingespieltes Duo infernale, das sich auf der Bühne ziemlich ausgelassen über die urbane Provinz, frustrierte Kader­frauen und Räusche aller Art auslässt. Eher neuerdings zu zweit unterwegs sind der Stimmkünstler von Hildegard Lernt Fliegen, Andreas Schaerer, und der Bassist Björn Meyer, die «fernab vom Brummen der digitalen Autobahn» intuitive Klangteppiche knüpfen. Auch der Bandoneonist Michael Zisman und der Violinist Simon Heggendorn vom Kaleidoscope String Quartet machen für die Reihe von Bee-flat gemeinsame Sache. Das passt: Beide wagen sich gerne an die Schnittstelle zwischen Klassik und Jazz.

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