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Fatoni beschreibt sich selber als «in jeglicher Bedeutung komische Person». © Jan Philip Welchering
ISC Club, Bern

Vorgezogene Midlifecrisis

Toll erzählte Songs über Selbstzweifel und Lebenskrisen: Der deutsche Rapper Fatoni kommt mit seinem neuen Album «Andorra» ins ISC. Das Männlichkeitsbild der meisten Rapper stösst ihn ab, auf seinem neuen Album «Andorra» rappt er über
das «klitzekleine Burnout» und die «Midlifecrisis mit Mitte 30», das tägliche Scheitern, Panikattacken, Macken, die noch nicht diagnostiziert wurden, Prokrastination und Süchte im digitalen Zeitalter. Musikalisch bieten die Tracks auch mal schrammelnde Gitarren oder ein jazziges Klavierintro: Der Rapper Anton Schneider alias Fatoni aus München macht Rap, der eigentlich gar keiner sein will.

Er zelebriert das Image des Losers in den Texten selbstironisch bis zur Schmerzgrenze, nennt sich selber ein Vollidiot, beschreibt sich als eine «in jeglicher Bedeutung eher komische Person» mit cholerischer Ader, als Kulturpessimist und als Rapper, der noch nie einen Hit geschrieben hat. «Krieg ich leider alles nicht hin», so ein Songtitel und Grundgefühl des Albums. Beinahe zynisch thematisiert er Beziehungskrisen im Tinder-Zeitalter (all die unbeantworteten Sprachnachrichten auf dem Handy) und das beängstigende Konsumverhalten der jüngeren Generation.

Höhepunkt von Fatonis neuem Album, das aus vielen toll erzählten Stücken besteht, ist das melancholische und doch hoffnungsvolle «Alles zieht 
vorbei» mit einem Gastauftritt des 
Tocotronic-Sängers Dirk von Lowtzow. Ein Lied über den Wunsch dazu­­­-
zu­gehören und die romantisierten 
Lebensentwürfe der anderen.

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