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Kontrabassistin und Sängerin Afi Sika Kuzeawu entschied sich mit 30 für die Musik.© ZVG
Zollyphon, Zollikofen

Vom Büro auf die Bühne

Um sich ihren Traum als Musikerin zu erfüllen, kündigte Afi Sika Kuzeawu ihren Job als Analystin und ging an die Jazzschule. Mit ihrem Sika Trio spielt sie im Zollyphon Songs ihrer Debütplatte «Nubu».

«Hörst du den Bass?», fragte ihr Bruder, wenn Afi Sika Kuzeawu mit ihm Musik hörte. Sie war noch ein Teenager und lebte in Lomé, der Hauptstadt Togos. Von da an horchte sie immer auf die Basslinie, wenn sie Zouk, Hip-Hop, aber auch Pop von Michael Jackson oder Abba hörte. Vielleicht war es das, was sie später zum Kontrabass greifen liess.

Bevor Kuzeawu jedoch selbst musizierte, schloss sie ein Studium in Wirtschaft ab und arbeitete als Analystin bei einem Handelsunternehmen in Deutschland. Es war ein fordernder Job, und das gefiel ihr. Doch sie sehnte sich nach mehr. «Ich merkte, dass ich in diesem Büro nicht mehr richtig atmen konnte», sagt sie.

Alles andere wäre unauthentisch

Ein Jahr habe sie gebraucht, um herauszufinden, was sie wollte. Meditieren half ihr dabei. Mit 30 Jahren beschloss Kuzeawu dann, in die Schweiz zu ziehen, um in Bern an der Jazzschule zu studieren. Dafür lernte sie Kontrabass spielen. Für den Jazz entschied sie sich, weil sie sich nur darin richtig ausdrücken könne. Wenn ihr heute andere sagen, sie solle doch mal was «Rockigeres» machen, winkt sie ab: «Das wäre so unauthentisch, denn ich würde mich nicht ehrlich ausdrücken.»

Ermutigende Message

Letztes Jahr erschien dann ihre Debütplatte «Nubu», die sie gemeinsam mit dem Pianisten Gianni Guida und dem Schlagzeuger Flo Hufschmid aufnahm. Mit ihnen im Trio besucht Afi Sika Kuzeawu das Konzertformat Zollyphon, das in einem Gewölbekeller auf Jazz aus dem Untergrund setzt.

Die Songs auf «Nubu» komponierte Kuzeawu, als sie in Bern ankam. In die Jazzplatte liess sie rhythmisch west-afrikanische Tanzmusik einfliessen, und das klingt weder eingängig noch anstrengend. Der Titel bedeutet «etwas anderes», und das gleichnamige Stück, in welchem sie mit beeindruckendem Timbre singt, war das letzte, das sie für das Album schrieb. «Mit dem Song will ich die Menschen ermutigen, ihre Zukunft zu gestalten.» Etwas, das sie selbst eindrücklich vorgelebt hat.

Das Konzert wurde krankheitsbedingt abgesagt und aufs nächste Jahr verschoben.

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