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Fabio Baechtold von BeJazz© ZVG
BeJazz Club in den Vidmarhallen, Liebefeld

«Die Zukunft bleibt ungewiss»

Wir stellen Veranstalterinnen und Veranstaltern, die sich im behördlich verordneten Lockdown befinden, fünf Fragen: Heute beantwortet sie Fabio Baechtold von BeJazz.

Fabio Baechtold, haben Sie trotz Betriebsschliessung zu tun oder sind Sie zur Langeweile gezwungen?
Langeweile ist grad überhaupt nicht das Problem – eher, doch auch ein Stückchen von der überall gepriesenen Entschleunigung mitzukriegen. Als Veranstalter wende ich aktuell sehr viel Zeit dafür auf, Dinge abzuklären und zu besprechen, Mitarbeitende, Musikerinnen, Musiker, Mitglieder und Partner informiert zu halten und leider auch: Konzerte abzusagen oder zu verschieben. Die Arbeit ist aber etwas einseitiger geworden, der direkte Kontakt an den Konzerten fehlt schon sehr.

Bietet BeJazz den Besuchenden trotz verschlossener Türen etwas?
Für uns ist klar, dass kein Streaming-Angebot das physische Konzert­erlebnis ersetzen kann. Gerade im Jazz, wo immer neu interpretiert wird, fehlt den Musikerinnen und Musikern die Reaktion des Publikums, und für dieses fehlt die soziale Komponente rund ums Konzert. Ein Audio-Streaming prüfen wir aber für die kommende Saison, wenn gewisse Publikumsgruppen vielleicht noch keine Veranstaltungen besuchen können und trotzdem nicht ganz von ihrem Lieblings-Konzertveranstalter abgeschnitten bleiben wollen. Zudem stellt unser Partner Flagprint Stoffmasken mit den Motiven unserer ausfallenden Programme her, die man über unsere Website und an künftigen Konzerten beziehen kann. Wenn sich Masken für gewisse Situationen durchsetzen, soll man immerhin mit etwas Stil und einem Schuss BeJazz herumlaufen können.

Mit welchem Programm wird der Betrieb wann wieder aufgenommen?
Wir haben momentan noch gewisse Hoffnungen, Ende Juli die Openair-Konzerte des BeJazz-Sommers durchführen zu können. Ob, mit welcher Kapazität und welchen Schutzmassnahmen dies tatsächlich möglich sein wird, werden wir erst nach der bundesrätlichen Information vom 27. Mai wissen. Ich denke, die Lesenden der BKA würden es aus ihrer Zeitung erfahren. Der BeJazz-Sommer zieht immer ein breites Publikum an. Es wäre schön, den weitgehend zum Daheimbleiben gezwungenen Bernerinnen und Bernern immerhin dieses kleine, dank Unterstützung der Burgergemeinde fürs Publikum kosten­lose, Openair bieten zu können.

Kommt BeJazz finanziell über die Runden? Wäre das Lokal ohne staatliche Hilfe im Minus?
Für subventionierte Kulturunternehmen ist die unmittelbare finanzielle Situation dank diverser Unterstützungsmassnahmen nicht allzu dramatisch, wofür wir sehr dankbar sind. Ungewiss bleibt die Zukunft. Wird das Publikum im Herbst in gleicher Anzahl Konzerte besuchen, werden die Stammgäste wieder Abonnemente kaufen? Aktuell sorgen wir uns aber mehr um die freischaffenden Musikerinnen und Musiker, die schlecht abgesichert sind. Statt für uns als Veranstalter Spenden zu sammeln, verkaufen wir aktuell daher Soli-Tickets für die ausgefallenen Konzerte.

Wie verbringen Sie den Abend ohne Konzerte?
Normalerweise lese ich fast nur in den Ferien, in diesem Sinne herrscht bei mir, trotz viel Arbeit, doch auch grad etwas Ferienstimmung. Ausserdem höre ich auf dem Balkon laut Musik, sorry liebe Nachbarn!

www.bejazz.ch

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