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Amami im Schein der Sonne.© Mehdi Benkler
Turnhalle im Progr, Bern

So unfassbar wie ungreifbar

Ein Trio aus Genf macht Furore und soll nun endlich auch die Deutschschweiz begeistern: Amami am bee-flat-Jubiläum.

Es war definitiv ein Sommer ohne viel Sonne. Ohne viel Open-Air-Gefühl. Und ohne viel Wärme. Zum Glück also brachte Ende August das Genfer Trio Amami ein neues Album raus.

«Soleil». Sonne. Und nicht nur der Name tut gut, nach so viel Regen. Nein, auch die Musik. Die ersetzt das nicht Dagewesene und die nicht wirklich durchgedrungene Wärme.

Amami singt und spielt aus der Ferne. Tanzbar im Hier und Jetzt. Das Trio bringt mindestens fünf Nationen auf die Bühne: Marokko, Bulgarien, Eritrea, Schweiz, Italien. Internationales Flair aus Genf. Höchste Zeit, dass es nun den Röschtigraben durchquert und in die Deutschschweiz überschwappt. Amami – der Name einer japanischen Inselgruppe. Amami – italienisch für «liebe mich». So vieldeutig dieser Bandname ist, so unfassbar, ungreifbar, unkategorisierbar ist auch die Musik von Inès Mouzoune (Keyboard, Bass), Gabriel Ghebrezghi (Gesang, Casio) und Raphaël Anker (Perkussion, Drummachine). Letzteren kennt man vom Imperial Tiger Orchestra.

Reggae im Ohr, Dance im Fuss

Es zerrt den Zuhörenden hin und her, zwischen dem bodenhaftenden ­Afro-Dub, Dancehall und dem leichten Elektro-Offbeat. Dazwischen orientalische Stimmen, Melodien. Irgendwann hört das Ohr Reggae, doch der Fuss wippt zu treibenden Dance-Keyboardklängen. Dann schwappt das Ganze in einen Eightiesgroove, Glitter ’n’ Glamour direkt spürbar. Und dann, dann wirds auf einmal gar kitschig italienisch.

Wie kann eine Musik einem zugleich das Gefühl von Schwere und Leichte geben? Was ist das, was Amami da auf die Ohren und mitten ins Herz zaubert? Ja. Es wird endlich Zeit, dass Bern von diesem einzigartigen Feuerwerk angesteckt wird.

Mit ihrer unkategorisierbaren Musik passt Amami auch wunderbar ins bee-flat-Programm. Perfekt also, eröffnen sie am Freitagabend die neue Saison und machen gleichzeitig den Auftakt zum 20-Jahr-Jubiläum. Gefolgt am Samstag von den Herren «Young Gods» und schliesslich am Sonntag von den Wiener Jazz­-Newcomern «5K HD». Die Afterparty schmeisst Kejeblos.

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