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Nands Synth-Pop schlägt zwischen Leichtigkeit und Melancholie aus. Die Mischung kommt ziemlich gut an. © Patrick Schroll
Gurtendorf, Wabern

Sein Pop ging durch die Decke

Disco, Zirkus, Konzerte: Das Festival am Waldrand der Heiteren Fahne hat einige Perlen in petto. Darunter den deutschen Synth-Pop-Überflieger Nand.

«Babe ich fühl mich wohl mit dir / Du schaust Hammer gut aus / Ich liebe deine Haare man / Fuck bin ich gut drauf», singt Nand leicht lakonisch vor Lo-Fi-Synth-Pop-Kulisse. Eine ähnlich unbeteiligte Atmosphäre strahlt das Musikvideo aus, das ihn mit abgeklärtem Blick, an eine Backsteinwand gelehnt oder auf einem Bett sitzend und wippend zeigt. Die leichtfüssige Gute-Laune-Schlafzimmerproduktion ging 2019 quasi über Nacht durch die Decke, einige Werbedeals später zählt das Lied heute weit über fünf Millionen Streams – alleine auf der bekanntesten Audioplattform.

Leicht und schwer

Ferdinand Kirch, wie der Würzburger mit bürgerlichem Namen heisst, trifft mit seiner Musik den Nerv der Zeit. Seine musikalisch simpel gehaltenen und pointierten Stücke schlagen mal in Richtung Leichtigkeit, mal in Richtung Melancholie aus. So gönnt er sich in guter Gesellschaft einen «Aperol Spritz» («Ich schenk dir ‘nen Aperol Spritz ein / Lass uns heute dicht sein / Lass uns heute schlicht sein»), bevor er sich im nächsten Moment alleine im «Sonnenblumenfeld» stehend wiederfindet, ausgelaugt von einer unergründlichen Schwermut («Ich bin allein’ / Ich bin alleine / Und tief in mir / Sehn’ ich mich nach»).

Inklusiv und laut

Die Musik von Nand findet am Festival am Waldrand mit dem Genfer Alma Catin die ideale Gesellschaft: Sein Synth-Pop ist ein glitzerndes Sammelsurium von unbeschönigten Liebesliedern jenseits der Heteronorm. Ungestüm wird es mit den Berner Punkern Reverend Beat-Man & The Underground, die inklusive Band Boxitos aus Liestal spielt eingängige Stücke zwischen Pop und Rap.

Magisch und akrobatisch

Doch am Waldrand passieren auch abgesehen von Konzerten prickelnde Dinge: Im Openairkino läuft der
bewegende Dokumentarfilm «Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt», der sechs homo- und transsexuelle Schauspieler und Künstler begleitet. Das jüngere Publikum lädt der Circus Donkey Productions aus Biel ein auf eine magische und akrobatische Reise, deren Destination von einem Glücksrad bestimmt wird. Am Day-Rave im Wald beschliessen die DJs Auf Dauerwelle, Playlove, Styro2000 und Mastra das Festival mit Elektronischem zwischen House und Techno.

Nand: Do., 25.8., 21 Uhr

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