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Pascal Schärli testete bei «Shit & Shine» erstmals die grosse Bühne.© Olivier Christe
Dampfzentrale, Bern

Schräge Vögel ins Rampenlicht

«Shit & Schein» bietet Musikneulingen seit 10 Jahren einen Auftritt auf der professionellen Bühne der Dampf­zentrale. Roger Ziegler von der Dampfzentrale und Pascal Schärli von Ja Ja Dickicht über den Newcomer-Anlass.

Mittlerweile gibt es deren einige: Newcomer-Anlässe wie «Doppuschnägg» oder «BerNoise», an denen frischen und neuen Bands in Bern eine grössere Bühne geboten wird. «Shit & Schein», lanciert vor 10 Jahren, ebnete dafür den Weg. Dort stehen unerhörte Klang­erzeugnisse fernab des Mainstreams im Fokus. «Im Gegensatz zu anderen Newcomer-Anlässen suchen wir ex­plizit schräge Vögel. Leute, die möglichst noch nie aufgetreten sind», sagt Roger Ziegler, künstlerischer Co-Leiter der Dampfzentrale. «Wir wollen nicht einfach fünf Übungsraumbands auftreten lassen, die ihren Indie-Rock leidlich zum Besten geben, sondern wir lassen den Aussenseiterinnen und Aussenseitern den Vorrang.»

Professionelle Bühnenluft

Bislang durften unter anderem Moder & Sauerland, Milena Patagônia, Am Kap oder I Made You A Tape auftreten. Letztes Jahr standen Hook, Line and Sinker, End of Void, Smioa, The Mojo Hunt und das elektronisch-akustische New-Wave-Dance-Pop-Projekt Ja Ja Dickicht um den Multiinstrumentalist Pascal Schärli auf der Bühne der Dampfzentrale. Der in Basel aufgewachsene und mittlerweile in Bern lebende Schärli erinnert sich an den Auftritt: «Für mich war das eine super Erfahrung. Ich wollte im kommenden Herbst meine EP mit Ja Ja Dickicht veröffentlichen, danach auf Tour gehen.» Der Auftritt sei für ihn die perfekte Gelegenheit gewesen, um in einem grossen Saal und mit professionellster Technik und Infrastruktur Bühnenluft zu schnuppern. Ausserdem war es sein erstes Konzert mit dreiköpfiger Band, Ja Ja Dickicht ist ursprünglich als Soloprojekt gestartet. Er habe durch das Konzert viel darüber gelernt, was auf einer grossen Bühne soundtechnisch funktioniere und was weniger, so Schärli. Auch um Beziehungen zu knüpfen sei der Auftritt wichtig gewesen: «Es ist eine grosse Chance, dass dich verschiedene wichtige Personen aus dem Musikbusiness hören und sehen. Das hilft ungemein für zukünftige Bookings.»

«Platz zum Ausprobieren»

In der diesjährigen Jury sitzen neben Till Hillbrecht und Roger Ziegler von der Dampfzentrale, Daniel «Duex» Fontana vom Bad Bonn, als einzige Frau die Musikjournalistin und Musikerin Gisela Feuz, der Medienkünstler und Journalist Michael Spahr sowie der Musiker Louis Schornoz. Die Bewerbungsfrist läuft bis Mitte Juni. Wer sich also nach 30 Minuten im Rampenlicht sehnt und einmal den eigenen Lärm von einer grossen Bühne schmettern will, sollte die Chance nutzen. Denn Schärli weiss: «‹Shit & Schein› bietet viel Platz zum Ausprobieren. Obwohl Ziegler und Hillbrecht ziemlich präzise musikalische Vorlieben haben, ist der Rahmen des Anlasses offen, was ich sehr cool finde.»


Bewerbungen bis 15.6. an shitundschein@dampfzentrale.ch
Shit & Schein: 19.9.
www.dampfzentrale.ch

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