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Im Lied «Eifach» auf dem Album «PS:» ist Steff definitiv la Cheffe.© Ellen Mathys

PS: Einfach «eifach»

Zehn Jahre ist es her, als Steff la Cheffe mit «Bittersüessi Pille» zum ersten Mal ihre Gedanken auf einem kompletten Album zusammengefasst hatte. Nun erschien ihr vierter Longplay «PS:», entstanden aus blossen Skizzen, und ihr Plan, der gar keiner war, ging auf.

Sie räuspert sich. Sie stottert. Sie bricht ab. Beginnt von Neuem. «Wysses Blatt, aber kenr Wort», sie lässt es sein. Sie gibt auf. «I wirde mi eh blamiere», oder vielleicht doch? Sie hat noch eine Frage. Aber keinen roten Faden. Einen Schritt nach vorne. Einen zurück. Sie gibt doch nicht auf. Vielleicht gelingt es ja heute? «Ich habe vorhin gerade mal wieder in den Opener ‹Schritt› reingehört. Der fägt schon sehr, ich hab total Freude!» Mit dem ersten Song ihres vierten Albums «PS:» lädt Steff la Cheffe direkt ins Thema: Ein Nachtrag. Ein Vorwärtsgehen. Ein «ps» zum vorangehenden Album «Härz Schritt Macherin». Ein Doppelpunkt, der zeigt wos langgeht: nach vorne.

In «Schritt» ist die Musikerin so herrlich unkompliziert kompliziert. Humorvoll und selbstironisch nimmt sie hier das Thema Liebe und Trennung von Album Nummer drei wieder auf und trägt es durch die ganze Platte, entwickelt es weiter. Sie lässt die Trauer hinter sich und findet zurück zu ihrer Wut, zu ihrem Rotz und Trotz («Jammertau»), zu ihrer Frechheit. Schön mittig platziert suchen sie im fünften Song «Amsterdam» doch nochmals Selbstzweifel heim, um in «Eifach» gänzlich zu verschwinden. Hier ist Steff definitiv la Cheffe.

Ein Album in die Stille

Eigentlich sollte es bloss eine EP werden. Vergangenen November. Ohne Promo wie für einen Longplay, ohne Tour, da waren einfach noch ein paar Skizzen, die auf «Härz Schritt Macherin» keinen Platz fanden oder erst danach entstanden, diese wollte sie «raus droppen». Und dann, inmitten der Produktion, «ging’s plötzlich ab und ich schrieb und schrieb neue Songs und Texte und da merkten wir: Ok, es wird äuä doch ein Album.»

Ein Album, das eigentlich gar keines sein sollte. Ein Album, das genau zum 10-Jahres-Jubiläum erscheint. Ein Album, das inmitten der stillsten Zeit unserer Gegenwart erscheint.

«Läck hei mir Schwein gha!» Für Steff la Cheffe und ihr Team geht dieser Plan, der eigentlich gar keiner war, nun perfekt auf. Konzerte waren für 2020 keine grossen geplant. Pause. Im November erst sollte es wieder auf die Bühne gehen. Somit musste nun gar keine Release-Tour abgesagt werden. «Es ist mal etwas anderes. Ich geniesse es sehr, dass ich zum Albumstart keine Tour habe. Sonst ist immer alles auf einmal - Produktion, Promotion, Tour, alles. Jetzt hab ein halbes Jahr Zeit, mich in Ruhe darauf vorzubereiten.»

www.stefflacheffe.ch

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