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Will mit seinen Songs «die Vene treffen»: Pascal Gamboni.© Felipe Pagani
Wagen zum Glück, Worblaufen

«Mein Fernrohr zur Welt»

Der Singer-Songwriter Pascal Gamboni lebt seit zehn Jahren in Bern und singt auf Rätoromanisch, Englisch und Italienisch. Im Wagen zum Glück gibt er ein Konzert.

«Nova Forza» heisst die neue Single von Pascal Gamboni, die im Mai erschienen ist. «Neue Kraft», etwas, was alle nach den vergangenen Monaten brauchen können, sagt der in Bern lebende Bündner Singer-Songwriter Pascal Gamboni. Tatsächlich versprüht der lüpfige Lo-Fi-Rock-Song mit Pop-Elementen eine sommerliche Euphorie.

Streben nach Honig

Gamboni wurde für sein letztes Album «Everybody Wants The Honey» mit dem Bündner Music Award als Künstler des Jahres 2019 geehrt. Warum er seinem Album mit fast ausschliesslich rätoromanischen Songs einen englischen Titel gab, erklärt Gamboni ganz pragmatisch: «Es klingt besser.» Und was hat es mit dem Honig auf sich? Schaue man um sich, dann sei doch klar, dass die Menschen alle das Beste, den Honig wollen würden, so Gamboni. Dies im Hinterkopf behaltend, sei es möglich, mit weniger Vorurteilen auf andere zuzugehen.

Vielsprachige Texte

Ideen für Texte und Melodien können ihm jederzeit kommen, weshalb er nie ohne Notizbuch unterwegs sei, in das er schreibe, was er gerade sehe oder erlebe: «Es ist mein Fernrohr zur Welt.» Trotz rätoromanischer Muttersprache schreibt Gamboni, der in England lebte, auch englische und italienische Songs. «Wer weiss, vielleicht gibt es in Zukunft auch einmal einen deutschen Song», sagt er. Ab und zu mache er für die Ideenfindung auch einfach eine Demoaufnahme in einer Fantasiesprache, höre es sich an und entscheide dann, welche Sprachmelodie passe.

Die Abweichungen vom Rätoromanisch sind für ihn jedoch keine Kompensation dafür, dass nur ein kleiner Teil in der Schweiz seine Songs versteht: «Ich hatte nie das Gefühl, musikalisch weiter zu sein, wenn meine Muttersprache Englisch wäre.» Egal in welcher Sprache, «die Vene muss man treffen», dann würden es alle verstehen. Früher sei er stolz gewesen, wenn in England nach einem Konzert das Publikum im Gespräch erst verstand, dass da vor ihnen kein Engländer stand. «Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte meinen Akzent viel mehr ausgelebt.»

Im Herbst erscheint ein neues Album von Gamboni, worauf er auf die vergangenen Musikjahre und etliche Alben zurückblickt.

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