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Nur noch auf dem Foto allein: Lia Sells Fish ist zur Band um Frontfrau Christine Hasler angewachsen.© Melanie Scheuber
Rössli in der Reitschule, Bern

«Jetzt sind wir parat»

Christine Hasler nannte den Klang ihres Musikprojektes Lia Sells Fish einmal Musik, die «versucht Pop zu sein, es aber nie ganz schafft». Jetzt ist Lia zur rockigeren Bandformation angewachsen – und tauft endlich ihr Debütalbum.

Veranstaltungsdaten

DO 18.04.2019 22.00 - 19.04.2019

Sie wurden «zwischen PJ Harvey, Fiona Apple und Bon Iver» verortet und als eine, die sich «durch ihre Lieder schleppt wie ein abgeschossenes Reh durchs Unterholz», als «180%-Frau» mit «Herbststimme» oder als «langlebigsten Geheimtipp der Schweizer Musikszene» beschrieben. Welche Bezeichnung passt Ihnen am meisten?
Die «Herbststimme» trifft es recht gut, damit kann ich leben. Sie ist mein In­strument. Das Reh ist aber nicht mehr angeschossen, es stellt sich zum Losrennen hin. Mit meiner Band fiel der Entschluss, mehr auf die Rockschiene zu setzen. Meine alten Songs haben es verdient, ein neues Kleid zu bekommen. Ich weiss noch nicht ganz, welches Outfit es ist, aber es ist ein geiles. 

Nach über zehn Jahren erscheint das erste Album von Lia Sells Fish. Warum so spät? War das Reh angeschossen?
Nein. Wegen Aufträgen als Theatermusikerin und sporadischen Existenz­ängsten schob ich Lia immer in eine Ecke, auch wenn ich spürte, dass sie mehr Platz nötig gehabt hätte. Sie wäre «abgeserbelt», wenn die vier Jungs, meine Band, mir keinen Impuls gegeben hätten. Das war vor anderthalb Jahren und wir machten vieles verkehrt.

Was denn?
Wir probten einige Male, dann nahmen wir gleich auf. Da waren wir noch keine vertraute Band, die sich wie in einer Beziehung da stupsen kann, wo es weh tut. Aber jetzt sind wir parat und wollen wie Tierchen aus dem Käfig. Also klingt ihr live anders? Genau, live wird es deutlich anders abgehen als noch mit Gitarre und Stimme alleine. Schliesslich habe ich jetzt eine Band aus munteren Antihelden dabei.

Warum verkauft Lia Fische?
Vor gut zehn Jahren fand ich teeniemässig Lia Selfish recht lustig. Aber weil es hier schon (Sophie) Hunger, (Evelinn) Trouble und (Heidi) Happy gab, habe ich daraus «Sells Fish» gemacht. Das Bild find ich gut: Fische sind wie Nahrung aus dem Unbewussten, also dem Wasser. Du nimmst sie raus und verkaufst sie. Ob es nun Fische sind oder Pop – letztlich lebt ­Musik vom Verkauf.

Wovon singen Sie am liebsten?
Weltbeobachtungen. Runtergebrochen könnte man auch sagen, ich singe über alles und nichts, kleine Sachen, die mich emotional berühren. Im Song «This Won’t Stop» zum Beispiel singe ich von den Streitereien der Familie, über der ich gewohnt habe. Ich mache nicht mehr nur Songs über die schlimme Welt und mein eigenes Gefühls­leben, sondern versuche Beobachtungen zu abstrahieren, so dass alle es auf sich bezogen lesen könnten.

Events zu diesem Artikel

Sounds

Lia Sells Fish – Plattentaufe „Lia Sells Fish“

Lia Sells Fish sind zurück mit neuer Scherbe, self-titled und parat zur Taufe, im Rössli – wir freuen uns hart auf diese fünf Herzen.  Rössli Bar, Bern 18.04.2019, 22.00

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