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Jazz mit Rockstarattitüde: das Trio E-Scape mit Pianist Michael Haudenschild (Mitte).© ZVG
Rathausplatz, Bern

In die Höhe geschossen

Der junge Berner Pianist Michael Haudenschild veröffentlicht gemeinsam mit seinem Trio E-Scape die erquickende EP namens «Rise». Zu hören am Open Air BeJazz Sommer.

Oberflächlich gesehen ist es zuerst dieses Bandfoto, das auffällt. Es sei kurz nach einem Konzert entstanden, sagt Michael Haudenschild am Telefon. Es zeigt drei junge Männer aufeinem Sofa. Nonchalant sitzen sie da, der eine (es ist der Schlagzeuger Paul Amereller) trägt kein T-Shirt. So zeigen sich normalerweise Rockstars in spe, aber auf diesem Foto ist die Jazzband E-Scape zu sehen, die kurz davor ist, ihre erste EP zu veröffentlichen. Initiant und Kopf des Trios ist der 1992 geborene Pianist Michael Haudenschild, der kurz vor Abschluss des Masters in Komposition an der Hochschule der Künste Bern steht. E-Scape spielen am Open Air BeJazz Sommer nebst unter anderen Klapparat und Cissokho– Brönnimann–Hason.

Elektronik als «Gewürz»

Auf der EP «Rise» sind sieben Stücke zu hören, die musikalisch in die Höhe schiessen. Das liegt zum einen am frischen Tatendrang der Musiker, andererseits an Haudenschilds unkonventionellem Umgang mit dem klassischen Piano in Kombination mit dem Fender Rhodes, einem elektrischen Piano. Auf der Bühne spielt er beide gleichzeitig und nutz die Elek­tronik als «Gewürz», wie er es selbst schön sagt.

Ein Juwel auf dieser EP ist das

Cover von Björks «107 Steps». E-Scape zollen diesem Lied sanften Tribut, eigenwillig klimbimt das Piano, mystisch erklingen die Becken und der Bass (Benjamin Muralt) gurrt. Das Trio bleibt nahe am Original und kreiert doch eine eigene Version. Sowieso: Die Eigenständigkeit ist für Michael Haudenschild, der frisch ab Studium in die Welt hinaus tritt, ein zentrales Thema.

Eigene Landschaften

Den Bandnamen E-Scape erklärt er demzufolge so: «’E’ steht für Elektronik, und ‚Scape’, das kommt von Landscape. Neue, eigene Landschaften wollen wir entwerfen. Es ist für mich wie ein Ausbruch aus dieser traditionellen Jazzästhetik, die wir gelernt haben und mit der es schwieriger geworden ist, die Menschen zu erreichen.» Mit diesem Bandfoto ist die erste Aufmerksamkeit gesichert. Und diese ist durch die Musik von E-Scape absolut gerechtfertigt.

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