mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Macht ihr surreales Ding: Miss C-Line.© Manuel Medina
Berner Generationenhaus

Hauptsache «Crazy Shit»

Jazz im Innenhof des Generationenhauses: Der BeJazz-Sommer macht den Auftakt mit Grooves, Harmonies und Basslines von Miss C-Line, die auf Album-Release-Tour ist.

Komplett allein hatte sie ihr erstes Album produziert. Es heisst «Surreal» und beschreibt damit ganz gut die Musikwelten, die sich beim Hören auftun: Acht Tracks bewegen sich zwischen Neo-Soul, Hip-Hop und Jazz und sind von verschiedensten elektronischen Elementen durchzogen. In diesem weitläufigen Spielraum bewegte sich Miss C-Line, die mit bürgerlichem Namen Carolina Victoria Müller heisst, bei der Veröffentlichung ihrer Musik auf Streaming-Plattformen.

Fast zwei Jahre sind seither vergangen, in der Zwischenzeit hat die Vokalistin und Produzentin eine Band aufgebaut und die Songs für die Liveauftritte neu arrangiert. «Die Stimmung des Albums hat sich damit extrem verändert», sagt sie. Wenn sie vom Rumschrauben an Groove, Harmony und Bassline spricht, wird klar, dass bei der jungen Musikerin, die zurzeit «Jazz Producing» im Master studiert, Intuition und technisches Wissen ziemlich optimal zusammenfinden.

Rap-Songs im Teenager-Zimmer

Mit «Surreal» schaffte sie es direkt auf internationale Playlists, aufgefallen ist Miss C-Line schon länger. Etwa als sie beim von Männern dominierten SRF-Format «Bounce Cypher» seelenruhig ihre Bars raushaute, dabei leichtfüssig zwischen Rap und Gesang hin- und herwechselte und ohne jegliche Allüren daherkam. Diese Selbstverständlichkeit rührt möglicherweise daher, dass bereits ihre Eltern Musikschaffende waren und sie schon immer von Sound umgeben war.

Als Kind begann sie Klavier und Cello zu spielen, mit zwölf Jahren kamen erste Texte dazu. «Ich habe das mit dem Musik produzieren gar nie so richtig hinterfragt und fand ziemlich schnell meinen eigenen Weg», erklärt sie. In ihrer Jugend tüftelte sie an eigenen Rap-Songs, nach und nach beeinflussten sie Neo-Soul-Legenden wie Erykah Badu oder D'Angelo.

Nicht nur bekömmlich

Miss C-Line will Verschiedenes machen und sich dabei nicht auf ein Genre beschränken. Hauptsache «Crazy Shit», wie sie sagt. Aber dann gibt es die kurzen Momente, in denen es sie nachdenklich stimmt, dass ihre Musik im kommerziellen Sinne zu wenig «bekömmlich» sein könnte: «Manchen ist meine Musik zu anstrengend, gerade weil sie sich nicht so einfach einordnen und damit auch leicht konsumieren lässt.» Das bremst die Wahlbaslerin aber nicht. Noch während sie auf «Surreal»-Tour ist und unter anderem auch in Bern Halt macht, arbeitet sie gemeinsam mit ihrer Band und einer weiteren Hip-Hop-Jazz-Kombo bereits an zwei neuen Albumveröffentlichungen. Da wird wohl noch viel kommen von dieser beeindruckenden Künstlerin, die bereits einiges erreicht hat und gleichzeitig gerade erst richtig aufdreht.

Events zu diesem Artikel

Keine Veranstaltungen

Folgen Sie uns

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden