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Streben nach lichten Sound- und Tanzmomenten: Eutropic.© Nicola Schmid
Cafe Bar Mokka, Thun

Gesicht zur Sonne, Gedanken beim Mond

Im Cafe Bar Mokka erzeugen die Avant-Popper Eutropic nach­denklich-euphorische Tanzmusik mit Sogwirkung.

Die Improvisation wirkte bei ihnen als Einstiegsdroge in die Welt der elektronischen Musik: Sacha di Piazza, David Muther und Dominique Hindermann kennen sich seit der Kindheit in der Ostschweiz, in Bern fanden sie als Band zusammen.

Mit nur vier Tagen Abstand erblickten Hindermann und Muther in Frauenfeld das Licht der Welt, di Piazza zog mit elf Jahren von London in die Kleinstadt. Bereits in ihrer Jugend spielten Muther und di Piazza für kurze Zeit in einer von Muther gegründeten New Metal Band. Muther warf di Piazza jedoch wieder raus, weil dieser zu diesem Zeitpunkt erst begonnen hatte, E-Bass zu spielen, und es ihm «nicht schnell genug ging». «Über diese jugendliche Ungeduld können wir heute beide lachen», erzählt er. Unabhängig voneinander zog es die drei musikaffinen Thurgauer nach Bern, wo aus einer Reunion bei Bier eine Jamsession wurde.

Lust auf elektronische Musik

Gemeinsam mit einem Schlagzeuger und einem Keys-Spieler probten sie erste Songs. Weil letztere absprangen, entschlossen die drei, das Schlagzeug zwischen Hindermann (Low-Tom und Crashes) und Muther (E-Gitarre und Kick) aufzuteilen und mit di Piazzas Drumcomputer zu ergänzen. Diese Improvisation machte ihnen mehr Lust auf elektronische Musik.

Neun Jahre lang machten sie als Dance-Elektronik-Band Parrot To The Moon Dark-Synthpop, seit gut einem Jahr treten di Piazza, Muther und Hindermann als Eutropic auf. Musikalisch sei dies auf eine stetige Weiterentwicklung zurückzuführen, die beim Produzieren der letzten Platte «Dark Age Day Dream» in einem neuen Namen mündete.

Über die Bezeichnung «Eutropic» seien sie quasi gestolpert, erzählt der studierte Biologe di Piazza. Eutropische Pflanzen richten ihre Blüten nach der Sonne. «Das hat uns sehr gefallen als Bild. Obwohl wir natürlich nach wie vor die Nächte und den Mond lieben.»

Intuition trifft auf Perfektion

Drei Jahre lang haben sie sich für das Kreieren und Produzieren ihres Eutropic-Debüts Zeit genommen, über eine Stunde Sound ist dabei herausgekommen. Durch Muther, der als Musik- und Audioproduzent tätig ist, konnte «Dark Age Day Dream» mehrheitlich im eigenen Proberaum und Studio entstehen. Als Co-Produzent haben sie den in der Schweiz lebenden Amerikaner, Mixing-und-Mastering- Engineer Slade Templeton ins Boot geholt.

Elemente aus Synthesizer-basierter Musik der späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahre, Einflüsse aus Cold und New Wave vermengen Eutropic mit verschiedensten Technocharakteristika und erzeugen mit meist analogen Synthesizern und live eingespielten Tonspuren sehr eigenwillige Soundkulissen.

Sphärisch mutet der Beginn des Songs «Awake» an: «Come on awake» setzt Hindermann mit seiner tiefen Stimme ein und entfesselt gemeinsam mit den Synthesizern einen verworrenen und zutiefst tanzbaren Groove, der durch Basslinie und Drum Machine rasant an Tempo zunimmt, um genau im richtigen Moment wieder abzuebben.

Das Gefühl, welches dabei entsteht, beschreibt Hindermann so: «Unsere Musik berührt die melancholische Seite, kann dich aber auch einfach wild und unbeholfen zum Tanzen bringen.»


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