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Die Studentin Laura Stoffel sammelt Geräusche der Coronazeit.© Christof Rohrer

Fehlende Flugzeuge und klingende Velospikes

Laura Stoffel arbeitet an einem Projekt, mit dem sie die akustische Ebene des Coronavirus erfahrbar machen will. Mithilfe eines öffentlichen Aufrufs will sie möglichst viele individuelle Eindrücke von Klanglandschaften sammeln.

Innenhöfe die während der Corona­krise zu Konzertbühnen wurden oder Balkone von denen gemeinsam musiziert und gesungen wurde: Diese Atmosphäre hat die Luzernerin Laura Stoffel dazu inspiriert, sich näher mit dem Medium Ton auseinanderzusetzen. Vieles, was wir täglich hören, bewusst und unbewusst, hat sich stark verändert, seit die Auswirkungen des Lockdowns spürbar geworden sind. Einiges ist verschwunden, anderes ist neu dazu gekommen. Mithilfe sogenannter «Soundscapes» will Stoffel die akustische Ausgestaltung bestimmter Orte und Räume nun erfahrbar machen. Daraus entstanden ist ihr Forschungsprojekt «Wie hört sich das Coronavirus an?».

Den anfänglichen Fokus auf Musik hat die Masterstudentin am Institut für Sozialanthropologie an der Universität Bern mittlerweile geöffnet: «Ich finde es toll, zu dokumentieren, was alles da ist, ohne konkret etwas vorzugeben. Und so auch die Frage zu stellen: Was für Geräusche fallen anderen Menschen in dieser Zeit auf?»

Neue Geräusche im Bahnhof

Beim Spazieren ist Stoffel, wie vielen von uns wahrscheinlich auch, aufgefallen, wie anders sich die Umgebung zurzeit anhört. Der fehlende Fluglärm zum Beispiel. «Neulich war ich in der Bahnhofshalle in Luzern. Ich habe das vorher schon öfters gemacht, dass ich einfach oben stand und runter­schaute auf diese Menschenmassen, die aus den Zügen strömten und diesen vielen Geräuschen gelauscht habe. Jetzt hört man höchstens mal ein paar Touristinnen und Touristen und ihre Velospikes».

Gleichzeitig ist es für Stoffel wichtig nicht vorauszusetzen, dass es überall in der Schweiz und weltweit so ruhig geworden ist, wie in den Regional­zügen oder auf ihren Spaziergängen. Um auch die Atmosphäre an anderen Orten einzufangen, ruft sie via Facebook dazu auf, ihr Audioaufnahmen von Orten oder Umgebungen zukommen zu lassen, die sich seit des Lockdowns verändert haben. Wie sie am Ende mit der Sammlung der unterschiedlichen «Soundscapes» weiter­arbeitet, lässt sie noch offen. «Ich lasse mich momentan von der Dynamik treiben: Go with the Flow.»

Audioaufnahmen mit zwei Fotos des Ortes einsenden an: laurastoffel@gmx.ch

Facebook: Wie hört sich das Coronavirus an?

 

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