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Ironisch: Das Trio um Francisco Sierra (2. v. l.) posiert mit einem Fake-Mitglied (2. v. r.).© Camillo Paravicini
Vidmar 2, Liebefeld

«Es ist ein schmaler Grat»

Das Kollektiv Jetpack Bellerive hat Kunstwerke und Kompositionen zum Motiv der Fälschung erstellen lassen. Mitglied Francisco Sierra führt in die interdisziplinäre Musikperformance «What the Fake!» ein. In 70 Minuten Vorstellung haben Sie Werke von acht zeitgenössischen Kunstschaffenden und Komponisten verpackt. Was ist die Idee dahinter?

Wir wählten sie aus und beauftragten sie, zum Leitmotiv der Fälschung in Kunst und Musik ein Werk zu schaffen. Dabei liessen wir ihnen freie Hand, was natürlich ein Risiko birgt. Das Ensemble übernimmt dann Dramaturgie, Regie und das Livespiel. Wir machen keine Konzerte, die wir mit etwas Kunst aufpeppen, sondern alle Teile sind gleichberechtigt und ergeben ein grosses Ganzes.

Welche Werke bekamen sie zurück?
Es wurde viel mit Film und Projektion gearbeitet und wenig instrumental. Es werden also keine Geigen-Horn-Duos am Laufmeter zu hören sein. Die russische Künstlerin Taus Makhacheva zum Beispiel schlüpft in ihrem Video in die Rolle einer Kulturattachée der Republik Dagestan, die uns um eine Zusammenarbeit bittet.

Aber Musik ist schon auch zu hören?
Klar, sowohl auf der Bühne als auch in den Videos. Darunter ist etwa ein italienischer Popsong, der x Mal verändert worden ist. Der Komponist Niklas Seidl hat dazu eine Performance verfasst, in der es um die Definition von Fälschung geht. Was unterscheidet sie von der Referenz oder Kopie? Als bildender Künstler weiss ich aus eigener Erfahrung: Zwischen Inspiration und Kopie liegt ein schmaler Grat. Durch das Kopieren kann man ja auch lernen.

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