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Studeyeah spielt vor virtuellen Rängen.© Linus Bill

«Eine innere Unruhe»

«Stage at Home» bringt Konzerte von lokalen Musikerinnen und Musikern dem Publikum per Livestream nach Hause. Das Projekt soll auch dem Erwerbsausfall Musik- und Kulturschaffender etwas entgegenwirken. In der nächsten Ausgabe spielen Studeyeah und Jessiquoi ein Konzert.

Wer sich vor Coronazeiten an den Wochenenden regelmässig ins Berner Musikgetümmel begeben hat, an dem nagt langsam die Ungeduld. Ein Konzerterlebnis, egal ob zum Mitsingen, -wippen oder einfach nur zum Zuhören, muss dringend her. Mit dem neu lancierten Projekt «Stage at Home» bringt die Musikförderung Bern gemeinsam mit der Facebookgruppe mit Solidaritätsgeist, «Gärn gschee – Bärn hiuft», eine Konzertalternative in die Stube. Jeden Freitag wird ein Konzert live übertragen. In der ersten Ausgabe vergangene Woche wurde ein Doppelkonzert der Berner Rapperin Soukey und der Trash-Troubadoure Tomazobi aus dem Gaskessel übertragen.

Musikszene in Erinnerung rufen

Das Programm wird bewusst lokal gehalten. «Wir wollen die hiesige Musikszene stärken und sie dem Publikum in Erinnerung rufen», sagt Yannick Dudli, Vorstandsmitglied und Mitbegründer der Musikförderung Bern. An den Konzerten sollen jeweils Bands auftreten, die unterschiedliche Musik spielen. So gehen an der kommenden Ausgabe von «Stage at Home» die Konzerte der ironisch-humoristischen Mundartband Studeyeah aus Biel und der Berner Electro-Musikerin und
Produzentin Jessiquoi über den Bildschirm. «An einem Konzert unter normalen Bedingungen bietet es sich eher an, sich auf ein Musikgenre zu konzentrieren. Hier geht es aber darum, da draussen so viele Menschen wie möglich anzusprechen», sagt Dudli.

Währenddessen können wegen der Vorschriften des BAG nur wenige Personen vor Ort anpacken. Die ersten «Geisterkonzerte» werden im Gaskessel stattfinden. «Wir wollen für weitere Ausgaben versuchen, andere Berner Clubs mit ins Boot zu holen. Auch damit diese einen Abend kuratieren können: Vernetzung in Zeiten von Social Distancing.»

Lohn mit Spenden finanziert

Die Konzerte sollen via Livestream die Sehnsucht der Konzertgäste etwas stillen, sagt Dudli. «Auch ich verspüre eine innere Unruhe.» Ein wichtiger Gedanke, der hinter «Stage at Home» steckt, sei aber auch das verhängte Auftrittsverbot, das die Beteiligten betrifft, sozusagen etwas zu lockern. «Die involvierten Kulturschaffenden, sowohl auf wie auch neben der Bühne, sollen die Möglichkeit zum Erwerb haben». Pro Konzert­abend rechnen die Organisatoren mit Kosten von 2000 Franken. Alle Beteiligten, von der Künstlerin bis zum Techniker, erhalten einen fixen Lohn. Dass dieser nicht dem Betrag, den es unter normalen Umständen gäbe, entspricht, sei klar. Die Kosten sollen durch Solidaritätsspenden von den virtuellen Konzertgästen gedeckt werden, welche auch den Fortbestand dieses Projekts sichern sollen. Wenn ein Überschuss entsteht, werde er nach Beendigung des Projekts unter allen Beteiligten aufgeteilt.

Jessiquoi und Studeyeah:
Fr., 1.5., 19.30 Uhr
www.stage-at-home.ch

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