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Das Zürcher Duo Namaka.© Jéré Dubois
Dachstock der Reitschule, Bern

Ausbalancierte Acts

Zweimal Experimentierfreude: Im Dachstock spielt das Zürcher Elektropop-Duo Namaka sphärische Tanzmusik – als Auftakt für die tanzbar-unaufdringlichen Sets des Amsterdamer House-Indietronica-Duos Weval. Immer wieder haben sich Sophie Adam und Philipp Schlotter die schwedische Synthiepopband Little Dragon auf Platte angehört. Für beide war klar, dass sie in diese Richtung selber Sound machen wollten. Die beiden lernten sich während ihres Jazzstudiums in Bern kennen, im November bringen sie als Elektropop-Duo Namaka nun ihre dritte EP heraus.

Wie die beiden arbeiten? Oft hat Schlotter eine Idee, entwickelt erste Klangkörper, Beats oder Loops und schickt diese Adam zu. Adam reagiert darauf mit Stift und Stimme, beginnt Texte zu entwerfen oder erweitert mit Sound-Elementen. Das Duo sucht und findet dabei eine faszinierende Balance zwischen analoger und digitaler, organischer und mechanischer Musik.

«Ein bisschen spacey und dreamy»

Lange haben sie nach einem passenden Namen für ihr Projekt gesucht, erzählt Adam. «‹Namaka›, das klang für mich erst mal nach einer wässrig- fluiden Ästhetik: ein bisschen spacey ein bisschen dreamy.» Namaka bezeichnet den kleineren Mond des Zwergplaneten Haumea und auch eine hawaiianisch-polynesische Meeresgöttin wird so genannt. Der Name passt. Abgespaced und verträumt, so könnte man auch die erste, 2017 veröffentlichte EP mit dem kryptischen Titel «Apron Ties» umschreiben. Tiefe Klänge und atmosphärische Geräusche verdichten sich zu einer beinahe cineastisch anmutenden Soundkulisse, die von der klaren Stimme Adams durchdrungen wird.

Etwas heller und verspielter wirkte dagegen die letztjährige EP «Water on the Sun». Der Song «Rainbow in Berlin» etwa, in dem Adam von einem Land singt, in dem alle leben können, vermittelt ein Gefühl von Euphorie und Geborgenheit.

Im Dachstock zelebrieren Schlotter und Adam den Release ihrer neusten EP. «Off Season» und «Unarmed» heis­sen zwei neue Songs darauf, die mithilfe eines E-Basses mystische Sound-Welten schaffen, welche tief sphärisch und trotzdem tanzbar sind. Nach ihrem Auftritt wird das Elektro-Duo Weval mit seinen draufgängerischen Clubbeats auffahren.

Harmonien und Störgeräusche

Auch sie sind zweifelsohne Meister im Spiel von analog und digital: Harm Coolen und Merijn Scholte Albers haben sich vor rund zehn Jahren bei der Arbeit in der Filmindustrie in Amsterdam kennengelernt. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums, welches 2016 beim renommierten Kölner Electronic-Plattenlabel «Kompakt» produziert wurde, etablierten sich Weval innert kürzester Zeit international.

Albers und Coolen erzeugen mit ihren Tracks extrem tanzbaren und trotzdem unaufdringlichen Indie­tronica- und House-Sound. Organische Instrumente und Geräusche, wie etwa ein «echtes» Schlagzeug, Orgelklänge oder der Störton einer Alarmanlage sorgen dafür, dass die Musik nicht monoton wird. Die beiden verstehen es, gängige Stilgrenzen aufzuweichen und kombinieren selbstsicher fliessende elektronische Beats mit Elementen aus Jazz, Trip-Hop oder Rock.

Dachstock der Reitschule, Bern
Fr., 1.10., 21 Uhr
www.dachstock.ch

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