mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Zwei Welten: Sister Raie trifft an der Jazzwerkstatt auf das Jazzorchester Voralberg© Georg Schlosser
Turnhalle im Progr, Bern

Akustisch auf alles gefasst

Zum 13. Mal tun sich an der Jazzwerkstatt in der Turnhalle im Progr während fünf Tagen internationale Ensembles zusammen, um Genregrenzen neu abzustecken oder für nichtig zu erklären.

Es gibt Menschen, die gerne an Konzerte gehen, wo sie bei jedem Lied mitsingen können. Und dann gibt es andere, die sich am liebsten Jazz reinziehen, weil dort selten klar ist, was als Nächstes passiert. Für diese stilistisch Neugierigen, ist die Jazz­werkstatt Bern eine Art Mekka. Die Musikerinnen und Musiker, die sich anlässlich dieses viertägigen Experiments aufeinander einlassen, bringen ihre Traditionen mit nach Bern, um ihnen dann in der Turnhalle einen wilden und anti-puristischen Klang zu verpassen. Zum Beispiel Renee Benson alias Sister Raie, die es via New York nach New Orleans verschlug. Benson rappt, singt und komplettiert mit ihrer Stimme dieses Jahr das Jazzorchester Vorarlberg. Die Sängerin und Violinistin Aïda Nosrat und der Gitarrist Babak Amir Mobasher zelebrieren die musikalische Weltreise: Ihr Duo Manushan macht bei iranischer Klassik ebenso gerne Halt wie bei Flamenco.

 

Zwei Wunderkinder zum Schluss

Aus Schweden kommt der Noise, aber kontrolliert: Die Saxofonistin und Komponistin Lisen Rylander Löve, die sich fröhlich jeglichen musikalischen Zuordnungen verweigert, hat für die Jazzwerkstatt nicht nur eine Band zusammengestellt, sondern auch extra für den Anlass neue Musik komponiert.

Der Trompeter Jalalu-Kalvert Nelson, ursprünglich aus Oklahoma, zügelte in den 90er-Jahren von New York nach Biel, und fand dort eine fast ebenso lebendige Szene. Letztes Jahr stellte Nelson sein neues Trio vor, welches er in Bern mit dem ebenfalls von ihm gegründeten Madblaster String Quartet zusammenführt, damit im Klangraum zwischen zeitgenössischer Klassik und Jazz nichts unerforscht bleibt.

Und: Bevor sie komplett weltberühmt wird, kann man die Geigerin Diamanda Dramm aus den Niederlanden noch im kleinen Rahmen erleben. Gemeinsam mit der amerikanischen Geigerin Tomeka Reid, die bereits von der New York Times hochgelobt wurde, entzünden diese beiden Jazz-Wunderkinder das Schlussfeuerwerk des Festivals, das von Marc Stucki, Benedikt Reising und Shane Lee Cooper geleitet wird.

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden