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Düster, zart und rhythmisch: Antonio García zieht alle Register. © Patrice Schreyer, Elue
Französische Kirche, Bern

«Mehr als nur Sauerkraut»

Der Organist Antonio García und das Berner Kammer­orchester führen am Konzert «Orgeltastisch» drei stilistisch unterschiedliche Werke auf.

«Jede Orgel ist anders», sagt der Haupt­organist der Französischen 
Kirche Antonio García. «Um die Registrierung einer Orgelkomposition an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anzupassen, braucht man oft viel Zeit und Kreativität.» Über einer Passage in der Toccata für Orgel, Trompete, Pauken und Streicher des amerikanischen Komponisten Samuel Barber steht zum Beispiel die Registervorgabe «State Trumpet Solo». Doch solche Pfeifen führt die Orgel in der Französischen Kirche nicht. «Ich versuche mich diesem Klang gleichwohl anzunähern, indem ich alle vier hier vorhandenen Trompetenregister gleichzeitig einsetze», erklärt der junge Schweizer Musiker mit peruanischen Wurzeln seine Herangehensweise.

Vorwärtstreibende Kraft

Mit dieser «Toccata festiva» von Barber eröffnen García und das Berner Kammerorchester unter der Leitung von Philippe Bach ihr erstes gemeinsames Konzert «Orgeltastisch». Auf dem Programm stehen zudem das Konzert für Orgel, Streicher und Pauken von Francis Poulenc und das Orgelkonzert Nr. 1 von Josef Gabriel Rheinberger. «Alle drei Werke sind stilistisch sehr unterschiedlich», sagt García, «das Publikum kann eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten einer Orgel erleben: von düsterer Dramatik über zarte Leichtigkeit bis hin zu rhythmischer Virtuosität.» Dabei sei für ihn die «romantisch-schlichte Gefälligkeit» von Rheinbergers Orgelkonzert mehr als nur «Sauerkraut und Wurst», sagt García. «Ich fühle beim Spielen dieses Werks eine vorwärtstreibende Kraft, die eine tolle Spannung erzeugt».

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