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Georgijs Osokins geht gerne Risiken ein.© Janis Romanovskis
Zentrum Paul Klee, Bern

Ketten der Inspiration

Der junge lettische Pianist Georgijs Osokins spielt in der Reihe «International Piano Series» ein Klavierrezital mit Werken von Scarlatti, Rachmaninoff und Chopin.

Die Chopin-Interpretationen des lettischen Pianisten Georgijs Osokins polarisieren: Befürworter bezeichnen sein Klavierspiel als «originell und aus­sergewöhnlich», Kritiker hingegen finden es «zu revolutionär und un­angepasst». Osokins sagte in einem Videointerview anlässlich seiner Teilnahme am renommierten Chopin-­Wettbewerb 2015 in Warschau, dass er ganz bewusst eine gewisse Unbe­rechenbarkeit erzeuge: «Ich gehe Ri­siken ein und improvisiere.» Dem­entsprechend entstehen bei seinen Darbietungen immer wieder neue, eigenwillige Interpretationen, spontan aus dem Augenblick heraus.

Verbindungslinien

Auch in Bern kann man sich jetzt von seiner musikalischen Extravaganz überraschen lassen. Osokins bestreitet in der Reihe «International Piano Series» im Zentrum Paul Klee ein Solo­rezital. Der junge Tastenkünstler hat sich ein Programm erdacht, das die Inspirationsketten dreier Kom­ponisten aufzeigt: Manche Werke des italienischen Barockkomponisten Domenico Scarlatti inspirierten den polnisch-französischen Frédé­ric Chopin. Dessen Werke wiederum hinterliessen Spuren in den Kompositionen Sergei Rachmaninoffs, dem Meister der russischen Spätromantik.

Chopin, der Lieblingskomponist Osokins, kommt am Konzert jedoch erst zu guter Letzt: Nach den zarten Tönen aus Chopins Nocturne in H-Dur zeigt Osokins in der Klaviersonate Nr. 3, wie er die Zügel auch im virtuosen Tastenritt des Finalsatzes in den Händen hält.

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