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Gemeinsam und doch individuell: Das Ensemble Proton spielt «Workers Union». © Remo Ubezio

Instrumente und Individuen

Statt einer «fetten fête» produziert das Ensemble Proton Bern in der Dampfzentrale Live-Mitschnitte dreier Stücke des Programms, das sie anlässlich ihres 10-Jahr-Jubiläums zusammengestellt haben. Eigentlich hätte bereits letzten November ein rauschender Konzert–abend zum 10-Jahr-Jubiläum des Ensemble Proton in der Dampfzentrale über die Bühne gehen sollen, Anfang Februar wäre nun eine abgespeckte Version des Programms «fette fête» vorgesehen gewesen, die nun ebenfalls ins Wasser fällt. Doch das Ensemble Proton präsentiert erneut eine Alternative.

Drei Stücke und ein Théâtre musical

«Wir sind nicht sehr begeistert von Livestreams – unsere Musik ist live am besten erlebbar», wie Martin Bliggenstorfer, Managing Director und Oboist des Ensemble Proton Bern, sagt. Trotzdem sei es der Gruppe wichtig, zum Jubiläum doch etwas Besonderes herausgeben zu können: Am ursprünglichen Konzerttag produziert das Ensemble, das sich der Neuen Musik verschrieben hat, in der Dampfzentrale einen Live-Mitschnitt der drei Stücke, die auf dem Programm gestanden hätten. Darunter sind zwei Uraufführungen, «Refractions» von Tobias Krebs und «Drei Möbelstücke» von Annette Schmucki; hinzu kommt «Workers Union» von Louis Andriessen aus dem Jahr 1975. Zudem existiert bereits ein Video des Stücks «Change», eines «théâtre musical», vom Gründungspaten des Ensembles, Christian Henking. Somit kann im Frühjahr ein vierteiliges Video-Jubiläumspaket herausgegeben werden.

Frei in der Klangfarbe

Besonders hervorzuheben ist hier das unkonventionelle Werk «Workers Union», dessen Partitur aus zwei bis zwölf Taktpatterns mit frei wählbaren Wiederholungen zusammengesetzt ist. Auch die Tonhöhen und die Instrumentation sind nicht vorgegeben. Das Stück, das sich im Minimal-Music-Bereich bewegt, sei laut Bliggenstorfer sinnbildlich für das Statement von Proton: «Man erschafft etwas gemeinsam, dennoch sind wir alle Individuen, die einzeln zu Wort kommen dürfen.» Für die Um­setzung des rhythmisiert-synchronen Werks, das in seiner Klangfarbe frei ist, sei etwas ganz Spezielles geplant.

Um sich die Zeit bis zur Veröffentlichung zu verkürzen, kann übrigens im Youtube-Kanal des Ensemble Proton gestöbert werden, wo sich Videomittschnite diverser Live-Aufführungen finden.

www.ensembleproton.ch

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