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Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say spielen unmittelbar und dringlich.© ZVG
Casino, Bern

Ihre Gesten sind gross

Das dritte «Meisterzyklus»-Abonnementkonzert der Saison verspricht mit Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say ein musikalisches Event der Extraklasse.

Eröffnet wird mit Schuberts Sonate in a-Moll. Musik voller Emotionen, die direkt ins Herz trifft. Mit Brahms’ Sonate in d-Moll wird es dramatischer, die Gesten grösser, die Geige lauter, wobei man den Stücken die 70 Jahre Altersunterschied kaum anhört. Dann der Bruch: Nur 35 Jahre nach Brahms schrieb Bartók seine 1. Sonate für Violine und Klavier mitten ins musikalisch revolutionäre 20. Jahrhundert hinein. Wider die Tonalität und das Bedürfnis nach Harmonie ist dieses Stück voller Unsicherheiten, es trägt die Hörenden nur auf einigen Teilstrecken, um danach wieder, brüchig und sperrig, aufzuwühlen.

Sie haben sich wiedergefunden

Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say sind sich nicht fremd: Die Sonaten von Schubert und Brahms führten sie vor fast zehn Jahren bereits zusammen. Auch in der «Meisterzyklus»-Reihe sind die Violinistin und der Pianist langjährige Gäste. Der Programmzuständige Thomas Pfiffner kennt beide seit Jahrzehnten und gerät ins Schwärmen: «Die zwei verbindet die Unmittelbarkeit, mit der sie der Musik begegnen. Als ob die Stücke gerade eben für sie geschrieben worden seien, klingt jedes Konzert wie eine Uraufführung.» Nach einer Phase der Entfremdung, in der Kopatchinskaja und Say nicht zusammen auf der Bühne anzutreffen waren, haben sich die beiden nun wiedergefunden. Pfiffner: «Ich war sehr glücklich, als ich davon erfuhr, und wusste: Ein Konzert mit den beiden muss ich haben.»

Einladung zum aktiven Zuhören

Am Programm feilten beide Musizierenden gemeinsam. Ihre Leitfrage: Was ist möglich im musikalisch eher konservativen Bern? «Zuerst lag der Fokus mehr auf dem 20. und 21. Jahrhundert. Am Schluss entschieden sie sich jedoch mit Bartók für ein gemeinsames Lieblingsstück, das eher selten zu hören ist.» Zusammen mit Schubert und Brahms entsteht ein Konzert mit Abgrenzungen, das zum aktiven Zuhören einlädt.

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