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Das SJSO in kleiner, tourneetauglicher Formation - bereit für die Schweiztour.© Anna-Tia Buss
Diverse Orte, Schweiz

Flexibles Orchester auf Durchreise

Auf zu neuen Ufern: Das Schweizer Jugend-Sinfonie-­Orchester geht auf «Tour de(s) Suisse(s)» vom Engadin bis in die Ostschweiz. Gespielt wird an öffentlichen Plätzen vor Laufpublikum.


Ein grosser Saal muss es sein, Casino oder Tonhalle, im Publikum sitzen Klassikfans, die mit Kennerblick der Interpretation der Werke lauschen. Für das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester (SJSO) eine normale Konzertsituation. Doch in Corona­zeiten ist auch für das SJSO alles anders. «Manchmal ist es eine Chance, wenn man gezwungen wird, neue Dinge auszuprobieren», sagt Orchester­betreuerin Madlaina Janett. Ende Juli startet das Orchester deshalb eine «Tour de(s) Suisse(s)» und reist vom Engadin über das Tessin bis in die Ostschweiz. Gespielt wird grösstenteils unter freiem Himmel, auf Dorfplätzen, 1.-August-Bühnen, bei der Festung Munot oder in einem Flugzeughangar.

Nachdem die Frühlingstournee zum 50-Jahr-Jubiläum des Orchesters abgesagt werden musste, wurde während des Lockdowns die Idee einer besonderen Open-Air-Tournee entwickelt. «Normalerweise kommen die Leute zu uns, jetzt gehen wir zu ihnen», so die ehemalige SJSO-Bratschistin Janett. Die Abstandsregeln seien für ein grosses Orchester auf der Bühne kaum umsetzbar und wenn man von der erlaubten Publikumsgrösse noch das gesamte Orchester abziehen müsse, werde ein Konzert bald ein Ding der Unmöglichkeit. In reduzierter Formation mit fünf Bläsern, fünf Streichern und einer Pauke zieht das flexible Mini-Orchester nun durchs Land. Ohne grosse Ankündigung hofft man an den öffentlichen Plätzen auf Laufpublikum. Das sich im Idealfall zu einem neuen Stammpublikum entwickelt? «Das wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem i», sagt Janett, «in erster Linie geht es aber schlicht darum, zu zeigen, dass es uns gibt.»

 

Spontan auf Publikum reagieren

Gespielt werden «spritzige, sommerliche Werke» von Mozart (Ouvertüre zu «La clemenza di Tito»), Beethoven (Sinfonie Nr. 2 in D-Dur) und Honegger («Pastorale d’été»). Je nach Publikum und Stimmung werden auch zwei Uraufführungen gespielt, die das SJSO in Auftrag gegeben hat: Ein neues Werk von Cécile Marti und eine «musikalische Reise durch die Schweiz» von Florian Walser. Entgegen dem normalerweise akribisch geplanten Konzertablauf, erlaubt es die ungewohnte Spielsituation dem Orchester, das Programm spontan auf den Kopf zu stellen, etwa die Beethoven-Sinfonie nur anzuspielen und dafür dem volksnahen Werk von Walser mehr Gewicht zu geben.

Diverse Orte, Schweiz. So., 26.7. bis 9.8.
Schloss Burgdorf. So., 2.8., 14 Uhr (Anmeldung: www.schloss-burgdorf.ch)
Festplatz Erlach. So., 2.8., 17 Uhr

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