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Kontrabassist Thierry Roggen.© Martina Fenske
Kirche Steffisburg und Kirche Thierarchern

Ein Instrument für alle Lagen

Der Kontrabassist Thierry Roggen spielt mit dem Thuner Stadtorchester das Concertino in h-Moll des italienischen Romantikers Giovanni Bottesini. Der Komponist schöpft die orchestralen Möglichkeiten des Kontrabasses aus.

In Sinfonieorchestern sind Kontrabassist*innen oftmals unterfordert. «Das kann schon frustrieren», sagt der Kontrabassist Thierry Roggen. Und das, obwohl der Kontrabass eigentlich viel zu bieten hätte: «Kein anderes Streich
instrument besitzt diese immense Tiefe und bietet die Möglichkeit, in Tenor- wie in Sopranlage zu spielen.»

Doch zum Glück gab es in der Geschichte vereinzelte Komponisten, die das Potenzial von Kontrabässen auszuschöpfen wussten. Einer von ihnen ist der Italiener Giovanni Bottesini, der sich im 19. Jahrhundert als Kontrabassist, Komponist und Dirigent einen Namen gemacht hat. «Er ist quasi der ‹Vater› des modernen, virtuosen Kontrabass-Spiels. Die meisten Errungenschaften hinsichtlich technischer Professionalität haben wir ihm zu verdanken», sagt Roggen. Der Berner Musiker ist von Bottesini so begeistert, dass er vor ein paar Jahren in einem Eigenverlag eine Urtext-Edition von dessen beiden Kontrabass-Konzerten herausgab.

Nun gibt es das zweite – das Concertino in h-Moll – an den Kammerkonzerten des Thuner Stadtorchesters in dieser Fassung zu hören. «Es ist wunderschöne Musik; so richtig tolle, italienische Romantik», sagt Roggen.

Ohne Verschnaufpause

Doch für ihn als Solisten sei die zu leistende Anstrengung eher grösser als der Genuss: «Nach einem kurzen, orchestralen Startschuss beginnt für mich ein virtuoser Dauerlauf; bis zum Schluss gibt es praktisch keine Verschnaufpause.» In dieser Hinsicht sei der dritte Satz sogar «extrem», sagt Roggen schmunzelnd: «Da geht einem fast die Puste aus.»

Zur Umrahmung des Instrumentalsolokonzerts interpretiert das Thuner Stadtorchester unter der Leitung seines langjährigen Chefdirigenten Laurent Gendre zwei Serenaden, die beide auf ihre eigene Art idyllische Abendstimmungen malen: die Bläseroktett-Serenade Nr. 11 in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und die Serenade Nr. 1 in D-Dur des österreichischen Komponisten Robert Fuchs.

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