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Die Mezzosopranistin Josy Santos singt Donizetti und Rossini am von Dirigent Franco Trinca zusammengestellten Abend.© Rodrigo Carrizo Couto
Theater Orchester Biel Solothurn

«Dank Rossini wurde ich Dirigent»

Das Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Theater Winterthur eine «Serata Italiana», die extra für ein Streaming zusammengestellt wurde. Der Dirigent und stellvertretende Operndirektor Franco Trinca spricht im Interview über seine Faszination für Gioachino Rossini und den perfekten italienischen Abend.

Herr Trinca, was erwartet das Publikum an der «Serata Italiana»?
Wir hätten eigentlich Gioachino Rossinis Oper «L’Italiana in Algeri», die ich am TOBS einstudiert habe, in Winterthur aufführen sollen. Wegen der Corona-Massnahmen können wir diese Oper in der Originalform nicht streamen. Deshalb habe ich gemeinsam mit den drei Hauptrollen der Produktion ein neues Abendprogramm, bestehend aus mehreren italienischen Opere buffe, zusammengestellt. Sie singen an der «Serata Italiana» Duette und Arien aus Opern der beiden Belcanto-Meister Gaetano Donizetti und Gioachino Rossini. Ich dirigiere das Sinfonie Orchester Biel Solothurn.

Es gibt also keinen Handlungsstrang?
Es singen die beiden italienischen Operngrössen Michele Govi und Leonardo Galeazzi sowie die in der Schweiz lebende brasilianische Mezzosopranistin Josy Santos, ebenfalls eine fantastische Stimme. Sie alle sind aus der Besetzung von «L’Italiana in Algeri». Für die Serata habe ich Nummern gewählt, die für die Sänger und die Sängerin geeignet sind und mit denen wir ein dramaturgisches Programm gestalten können. Das Publikum wird auch so einen roten Faden erkennen.

Haben Sie eine spezielle Verbindung zu Rossini?
Ja, wie er bin ich in einer Musiker­familie aufgewachsen. Dann habe ich am Konservatorium in Rom unter anderem ein Kompositionsstudium abgeschlossen. Gleichzeitig habe ich an der Universität in Rom ein Studium in Musikwissenschaften begonnen. Die erste Prüfung in der Musikgeschichte war über Rossinis Opern. Da habe ich mich erstmals stark mit seiner Biografie, seinem Stil und Werk auseinander­gesetzt. Ich war so fasziniert von ihm. Von diesem Punkt an wollte ich unbedingt Oper machen. Dank Rossini wurde ich Dirigent. Ich kriege immer noch jedes Mal Gänsehaut, wenn ich Rossini höre.

Die «Serata Italiana» wird per Live-
stream übertragen. Wie geht es Ihnen damit?
Wir Künstlerinnen und Künstler wollen mit diesem Abend Präsenz zeigen. Ich persönlich brauche das Publikum und kann mir nur schwer vorstellen, meinen Beruf ohne Zuschauer auszuüben. Denn die Emotionen, die wir im Moment des Auftritts zeigen, sollen die Menschen spüren. Über Bildschirm ist dies erschwert. An der «Serata Italiana» kann das Publikum mitschauen und versuchen, sich in die Situation vor Ort zu versetzen. Doch wir wollen natürlich wieder zurück zur Normalität, in welcher das Publikum, auch wenn ich es nicht sehe, hinter meinem Rücken zu spüren ist und das Adrenalin einfährt.

Wie sieht für Sie der perfekte italienische Abend aus?
Musikalisch gibt es diesen nicht, weil es einfach so viel Fantastisches aus der italienischen Oper gibt. Eine «Serata Italiana» kann genauso von Opera buffa, wie vom Repertoire Puccinis oder Verdis erfüllt sein. Die Krönung danach wären ein italienisches Essen und eine gute Flasche italienischer Wein.

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