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Alexandre Kantorow spielt als Solist im 4. Klavierkonzert von Beethoven. © Jean Baptiste Millot
Casino Bern

Programmänderung: Auf Augenhöhe

Programmänderung: Anstelle von Alexandre Kantorow und dem Mozarteumorchester Salzburg spielen das Orchestre de Chambre de Lausanne unter der Leitung von Simone Young und der Cellist Daniel Müller-Schott.

«Beethoven wird mit der Zeit die Stelle eines der grössten Tonkünstlers in Europa vertreten, und ich werde stolz sein, mich seinen Meister nennen zu können», schrieb Joseph Haydn am 23. November 1793 an den Kurfürsten Maximilian II. Franz von Österreich. Der Komponist der Wiener Klassik war 60 Jahre alt, als er den 22-jährigen Ludwig van Beethoven im Jahr zuvor als seinen Schüler aufnahm. Das Verhältnis zwischen den beiden war jedoch konfliktbeladen. Beethoven agierte eigenwillig und selbstbewusst und wollte die Autorität Haydns nicht anerkennen. Er soll sogar einmal gesagt haben, nie etwas von Haydn gelernt zu haben.

 

Emotionale Tiefe

Im Rahmen der ersten Tournee der Reihe «Migros-Kulturprozent-Classics» widmet sich das Mozarteum­orchester Salzburg diesen beiden Klassikmeistern. Unter der Leitung des britischen Dirigenten Trevor Pinnock präsentiert die geschichtsträchtige Formation Haydns Sinfonie Nr. 86 in D-Dur und Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in G-Dur. Dies ist die neue, kurzfristig arrangierte Programmkonzeption, die die ursprünglich geplanten Konzerte des Budapest Festival Orchestras ersetzt.

Der junge französische Pianist 


Alexandre Kantorow bleibt allerdings als Solist auf dem Plan. Er nimmt sich der Solopartie des vierten Klavierkonzerts von Beethoven an. Das Werk, das in den Jahren 1805/06 entstand, ist ein bedeutungsvolles Beispiel für die Eigenwilligkeit des deutschen Komponisten: Erstmals in der Geschichte des Klavierkonzerts erhält das Orchester eine sinfonische Bedeutung, da Beethoven es auf Augenhöhe mit dem Solisten dialogisieren lässt. Es entsteht eine emotionale Tiefe, die die bevorstehende Epoche der Romantik musikalisch antizipiert und die wohl Robert Schumann zu sagen veranlasste: «Es ist Beethovens vielleicht grösstes Klavierkonzert.»

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