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Lee Stalder spielt barocke Werke auf einer jungen Orgel. © 7er Studio
Pauluskirche, Bern

Atemholen im Adagio

Der Organist Lee Stalder, die Organistin Ursula Heim und das Kammerorchester Arcobaleno eröffnen die Konzert­trilogie zum Jubiläum «10 Jahre Paulus-Orgel» mit Werken von Rheinberger und Bach.

Die im Jahr 2009 erbaute Orgel in der Berner Pauluskirche hat insgesamt 2 294 Pfeifen und 37 Register. «Ich schätze an ihr besonders die klangliche Unmittelbarkeit nach dem Anschlag sowie ihre akustische Raumpräsenz», sagt Lee Stalder. Er ist Hauptorganist der Jugendstilkirche im Länggassquartier. Der 26-jährige Musiker übernahm 2016 die Stelle von seiner langjährigen Orgellehrerin Ursula Heim, die den Neubau des majestätischen Kircheninstruments initiiert hatte. Anlässlich des Jubiläums «10 Jahre Paulus-Orgel» findet nun im April, Mai und Juni je ein Konzert statt.

 

Bis zum Stillstand

An der ersten Veranstaltung präsentiert Ursula Heim mit dem Kammerorchester Arcobaleno unter der Leitung von Hervé Grélat die beiden Orgelkonzerte Nr. 1 und Nr. 2 des liechtensteinischen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger. «Diese Tonschöpfungen zeichnen sich durch gesangliche, eingängige Melodien aus; man könnte sie vom Stil her einer ­klassizistischen Romantik zuordnen», sagt Stalder. Zwischen diesen Werken zeigt der Berner Organist mit drei Bearbeitungen des Chorals «Allein Gott in der Höh’ sei Ehr» von Johann Sebastian Bach, dass sich auf dieser jungen Orgel auch barocke Klänge wunderbar spielen lassen. Eine besonders inte­ressante Stelle gebe es laut Stalder in der zweiten Bearbeitung: «Ein einzelner Takt mit der Tempovorgabe adagio bringt den klaren Puls für einen Moment fast gänzlich zum Stillstand – was kann das wohl bedeuten? Ein Atemholen, eine Frage oder ein Aus­rufezeichen?»

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