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Bis zum glorreichen Ende von Noras Kampf gibt es viele kleine Dramen. © Filmcoopi
CineABC und Cinématte, Bern

Über Nacht zur Feministin

Hollywood liegt bei Herisau: Eine Gruppe von Dorfbewohnerinnen erkämpft sich in Petra Volpes Spielfilm «Die göttliche Ordnung» das Frauenstimmrecht.

«Die alten Argumente, die bei uns schon vor 50 Jahren etwas abgenutzt anmuteten, waren ausgegraben und scharf eingesetzt worden.» 1966 berichtete ein Botschafter Bundesbern von den Reaktionen der niederländischen Presse zur erneuten Ablehnung des Frauenwahl- und Stimmrechts in der Schweiz (damals gerade im Kanton Zürich). Bestürzend sei auch, dass viele Frauen dagegen seien. Noch fünf Jahre sollte es bis zum nationalen Ja dauern. «Der Aussenstehende fragt sich, wie das möglich ist», so der Diplomat.

Eine Antwort in Spielfilmform gibt «Die göttliche Ordnung» von Petra Volpe. Damit ist die Aargauer Regisseurin und Drehbuchautorin nach dem Drama «Traumland» (2013) erneut für den Schweizer Filmpreis nominiert. Der Film verknüpft den gesellschaftlichen Wandel im Zuge der 68er-Jahre mit dem Schicksal der Hausfrau Nora (Marie Leuenberger) in einem Dorf bei Herisau. Die Einsperrung ihrer rebellischen Nichte und das Verbot ihres Mannes (Max Simonischek), sich für einen Sekretärinnenjob zu bewerben, bewegen sie dazu, Broschüren der Befürworterinnen in einer Nacht durchzulesen.

«Das Persönliche ist politisch.» Nach diesem Motto eines Workshops für weibliche Sexualität in Zürich, wo Nora und ihre Mitstreiterinnen nach einer Demo landen, beginnt ihre Revolution in den Ehen und Familien. Bis zum glorreichen Ende gibt es immer wieder Krisen und Dramen. Ein optimistischer Film mit Ausrufezeichen und einem Hauch von Hollywood.

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